Employer Branding Pfui in hui umkehren

Von Julia Mauritz 4 min Lesedauer

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Vielen Arbeitgebern sind anonyme Bewertungsplattformen wie Kununu einfach nur ein Dorn im Auge. Manch einer nutzt sie aber auch als Visitenkarte für die eigene Arbeitgebermarke. Dazu zählen das Autohaus Markötter und Auto Levy.

Arbeitgeber-
Bewertungsplattformen sind 
vielfach der erste Kontakt von Bewerbern zu ihrem potenziellen Arbeitgeber.(Bild:  Mauritz – VCG)
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Bewertungsplattformen sind 
vielfach der erste Kontakt von Bewerbern zu ihrem potenziellen Arbeitgeber.
(Bild: Mauritz – VCG)

Es macht keinen Spaß, dort in die Arbeit zu gehen. Wertschätzung war ein Fremdwort. Stark ausgeprägtes hierarchisches Gehabe. Permanent erhöhter Stresspegel. Niedriges Fixgehalt. Ziele, die nicht erreichbar sind. Keine Kommunikation auf Augenhöhe. Geringe Wertschätzung. Trauriges Betriebsklima.“ Wer auf einem Arbeitgeber-Bewertungsportal diese tatsächlich geäußerten Meinungen über ein Autohaus liest, dürfte wenig Lust verspüren, sich zu bewerben – erst recht, wenn gleich mehrere Arbeitnehmer ähnlich denken.

Gerade mit Blick auf den sich zuspitzenden Fachkräftemangel ist es für Arbeitgeber gefährlich, Bewertungsplattformen wie Kununu entweder ganz zu ignorieren oder unkommentiert laufen zu lassen – so kritisch man deren Prinzip der Anonymität auch sehen mag. Das belegt eine repräsentative Onlinebefragung unter gut 1.500 Bewerbern. Diese hatte das auf HR-Themen spezialisierte Marktforschungsinstitut Trendence 2023 im Auftrag eines interuniversitären Forschungsteams durchgeführt. Über 1.000 der Befragten gaben an, Bewertungsportale zu nutzen. Neben Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis nannten die befragten Bewerber Bewertungsplattformen als glaubwürdigste Informationsquelle hinsichtlich potenzieller Arbeitgeber.