Pilot-Gesellenprüfung für Hochvolttechnik
Die Innung München Oberbayern hat Deutschlands erste Kfz-Mechatroniker im Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik geprüft. Sie stammen aus Pilotklassen aus München, Ingolstadt und Nürnberg.
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Die Hochvolttechnik wird die Arbeit in Kfz-Betrieben künftig sehr stark beeinflussen. Deshalb hat der ZDK dieses Thema im vergangenen Jahr in die Novellierung der Ausbildungsverordnung mit aufgenommen. Das Ergebnis ist bekanntlich der neue Schwerpunkt „System- und Hochvolttechnik“.
Um erste praktische Erfahrungen in der Ausbildung von Kfz-Mechatronikern zu sammeln, hat die Kfz-Innung München-Oberbayern gemeinsam mit der Kfz-Innung Mittelfranken bereits vor zweieinhalb Jahren drei Pilotklassen für diesen neuen Schwerpunkt eingerichtet. 53 Azubis aus diesen Klassen hatten nun ihre Abschlussprüfung in dem neu eingerichteten Schulungszentrum für Hochvolttechnik der Kfz-Innung München-Oberbayern in Garching. Das Zentrum bietet ideale Bedingungen, denn es verfügt über fünf verschiedene Hochvoltfahrzeuge, an denen die eigens abgestellten Trainer Schulungen und Prüfungen durchführen können.
Wichtige ÜBL
Da die Ausbildung der Pilot-Azubis schon begonnen hatte, bevor die neue Ausbildungsordnung verabschiedet wurde, gestalteten die Bildungsexperten der Innungen für den Berufsschulunterricht selbst ein 14. und 15. Lernfeld mit den notwendigen Inhalten. Außerdem entwickelten sie einen einwöchigen Pilotkurs Hochvolttechnik für die überbetriebliche Ausbildung, dessen Inhalte künftig in den K4-Kurs der ÜBL in ganz Deutschland Einzug halten werden. „Wir haben gesehen, dass diese eine Woche praktische Unterweisung in der überbetrieblichen Ausbildung dringend notwendig ist, damit die Azubis den sicheren Umgang mit der neuen Technik in der Werkstatt lernen“, erläutert der Bildungsreferent der Kfz-Innung München Oberbayern, Johannes Lock.
Die Pilot-Abschlussprüfung der angehenden Autofachleute war zweigeteilt – ein Teil im bisherigen Schwerpunkt Kommunikationstechnik und einen Teil im neuen Schwerpunkt Hochvolttechnik. Für den Hochvoltteil mussten die Azubis unter anderem an drei Stationen praktische Aufgaben in Form eines Arbeitsauftrages lösen. Darin ging es um das Herstellen der Spannungsfreiheit und um Mess- und Prüfaufgaben an Hochvoltsystemen. Durch ihre Ausbildung haben die Kfz-Mechatroniker nach bestandener Prüfung die Qualifikation für elektrotechnische Arbeiten an HV-eigensicheren und nicht-eigensicheren Fahrzeugen sowie an Arbeiten unter Spannung. Und die Pilotausbildung war sehr erfolgreich. Immerhin 51 Prüflinge haben die Hochvoltqualifikation bestanden. Jetzt brauchen sie nur noch die richtigen Fahrzeuge in der Werkstatt, damit sie ihr Wissen auch anwenden können.
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