Pirelli: Formel 1 hilft beim Reifenverkauf

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Braucht Pirelli eine günstigere Zweitmarke?

Redaktion: Bei dieser „Reifenbindung durch Technik“ könnte auch die Integration von Elektronik in den Reifen eine Rolle spielen. Arbeitet Pirelli daran?

Matteo Battaini: Pirelli arbeitet seit Jahren an dieser Technik. Bei Lkw-Reifen ist sie mit „Cyber Tyre“ bereits in Serie. Dort übermitteln Sensoren Druck und Temperaturdaten an den Fahrer und an das Flottenmanagement. Wir sind bereit, das System auch im Pkw-Segment einzusetzen. Im Moment ist bei diesem Thema viel Bewegung in der Branche, etwa durch neue Infotainmentsysteme im Auto oder durch die Car2Car-Kommunikation. Sobald die Autohersteller so weit sind, können wir starten.

Das Premiumsegment ist das wichtigste Segment für Pirelli. Doch was ist mit Märkten wie China und Indien – müssen Sie für dort nicht andere Reifen bauen?

Der Premium-Automarkt in China ist längst Realität. Er wird in zwei oder drei Jahren schon größer als der europäische sein. Dazu gehören neben den europäischen auch koreanische und amerikanische Marken. Unsere Strategie ist es, dorthin zu gehen, wo unsere Kunden sind. Wenn also BMW in China produziert, dann produzieren wir auch dort und liefern die OE-Reifen. Südamerika ist ebenfalls eine Realität für Pirelli, dort sind wir schon seit 100 Jahren vertreten und haben eine führende Position. Indien hingegen muss sich erst noch in diese Richtung entwickeln. Dort ist der Premium-Fahrzeugmarkt noch sehr klein.

Braucht Pirelli eine günstigere Zweitmarke?

Unser Ziel ist, Marktführer im Premiumsegment zu werden. Aber dieser Markt macht nicht mehr als 20 Prozent des gesamten Automarkts aus, und wir müssen auch in den anderen Segmenten vertreten sein. Dorthin liefern wir gute, qualitativ hochwertige Produkte, aber wir sehen das als Unterstützung für unser Premiumsegment. Deshalb bleibt es auch dort bei der Marke Pirelli.

Wie steht Pirelli zum Thema Ganzjahresreifen?

Wie unsere Wettbewerber empfehlen wir immer, zwischen Winter- und Sommerreifen zu wechseln – vor allem in Ländern, in denen es deutlich unter fünf Grad Celsius kalt wird. Ein Ganzjahresreifen kann hier nur ein Kompromiss sein. Aber es ist ein wachsendes Segment, vor allem in Europa, und wir liefern auch solche Produkte in die Erstausrüstung. Vor allem durch den amerikanischen Reifenmarkt haben wir viel Erfahrung mit Ganzjahresreifen. Aber erst einmal beobachten wir den Markt, und sobald die Zahlen deutlich steigen, können wir mit einem guten Produkt dort einsteigen.

(ID:42587785)