Point-S: Mit Autoservice expandieren

Autor / Redakteur: Norbert Rubbel / Norbert Rubbel

In 25 Jahren hat sich die Point-S Deutschland GmbH zu einer der größten Reifenketten entwickelt. 550 Gesellschafter mit ihren 750 Betrieben vermarkten jährlich über fünf Millionen Pkw- und 300 000 Lkw-Reifen. Der Marktanteil liegt bei zehn Prozent.

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In 25 Jahren hat sich die Point-S Deutschland GmbH zu einer der größten Reifenketten entwickelt. 550 Gesellschafter mit ihren 750 Betrieben vermarkten jährlich über fünf Millionen Pkw- und 300 000 Lkw-Reifen. Der Marktanteil der Handelskooperation liegt nach eigenen Angaben bei zehn Prozent. Ihr spektakulärster Deal: Die Übernahme des Werkstattsystems Automeister im Herbst 2007 mit rund 80 Kfz-Betrieben.

Nach der Devise „Expansion durch Akquisition“ will Point-S ihre Einkaufsmacht im Teilebereich stärken, das Geschäftsfeld „Autoservice“ ausbauen und die Umsätze ihrer Reifenpartner im Werkstattgeschäft erhöhen.

Im Gegenzug sollen die Automeister-Betriebe von der Reifenkompetenz der neuen Systemzentrale in Ober-Ramstadt profitieren. „Wir wollen für das Franchisesystem Automeister neue Partner gewinnen. Unser Ziel sind mittelfristig 220 Betriebe. Mit zusätzlich 300 bis 350 Point-S-Partnern mit einem Werkstattkonzept können wir so unseren Flotten- und Leasingkunden ein bundesweites Netz von qualifizierten Servicebetrieben anbieten“, erklärt Point-S-Produktmanager Thomas Krieger.

Zum leistungsstarken Reifenfachhändler hat sich Heiko Andreas längst qualifiziert. Das Leistungsspektrum des Bordesholmer Betriebs umfasst aber auch den Öl-, Bremsen-, Glas- und Klimaservice sowie Unfallreparaturen, Inspektionen und den Prüfservice wie die Haupt- und Abgasuntersuchungen. „Wir bieten unseren Kunden die gesamte Autoservicepalette an“, erläutert der 39-jährige Point-S-Gesellschafter.

Immer wieder hat der gelernte Kfz- und Vulkaniseur-Meister in seine Werstatttechnik und in die Betriebserweiterung investiert: 2002 in eine moderne Reparaturwerkstatt mit Reifenlager und 2005 in einen neuen Bürotrakt mit einem großzügigen Kundenzentrum. „Wir werten unseren Betrieb permanent auf“, so Heiko Andreas. Sein nächstes Projekt steht kurz vor der Fertigstellung: ein SB-Waschpark, der als Frequenzbringer dienen soll.

Jeweils 50 Prozent der Kundenaufträge des Bordesholmer Unternehmens entfallen auf den Auto- beziehungsweise Reifenservice. Umsatzeinbrüche im Reifenhandel lassen sich daher mit Wartungs- und Reparaturarbeiten ideal kompensieren. Und das sei gut so, meint der Point-S-Gesellschafter: „Denn das Wintergeschäft ist um zirka 20 Prozent brutal eingebrochen.“

Wettbewerbsdruck

Zudem nehme der Preiswettbewerb im Reifenfachhandel durch die fabrikatsgebundenen Autohäuser, Discounter und Online-Anbieter immer mehr zu. „Wir gehen jedoch nicht mit jedem Preis unserer Mitbewerber mit, sondern legen vielmehr Wert auf eine qualitative Vermarktung und einen perfekten Service“, betont Heiko Andreas.

Unterstützung im Autoservice bekommen der Werkstattinhaber und seine sieben Mitarbeiter von der Point-S-Systemzentrale. „Interessierte Partner erhalten ein Full-Service-Werkstattkonzept, das sämtliche Bausteine beinhaltet, die ein markenübergreifender Servicebetrieb braucht“, garantiert Thomas Krieger. Dazu zählen:

  • Dienstleistungen wie die Mobilitätsgarantie
  • eine technische Hotline
  • die technische Aus- und Weiterbildung
  • Marketing und Werbung
  • Coaching
  • Marktpotenzialanalysen
  • betriebswirtschaftliche Beratungen
  • Bau- und Einrichtungsplanungen

Um eine hohe Servicequalität der Point-S-Betriebe zu gewährleisten, müssen die Unternehmen festgelegte Standards erfüllen, die der TÜV zertifiziert. „Wir coachen unsere Partner auf ihrem Weg zum Autoservice, vom Einstieg in die Mechanik bis hin zum Elektronikprofi. Zurzeit betreuen wir rund 350 Betriebe, von denen sich bereits 80 qualifiziert haben“, erklärt Thomas Krieger.

Für die Fahrzeug- und Werkstatttechnik braucht sich Wilhelm Spahr jedenfalls nicht zu qualifizieren. „Ich bin ein Elektronikfreak“, beschreibt der Kieler Automeister-Partner seine Interessen für komplizierte Schaltpläne, Diagnose- und Prüftechniken.

Gute Servicequalität

Seine Servicequalität überzeugte auch die Prüfer des Dekra-Werkstatttests. Für die Fehlerbehebung an einem präparierten Fahrzeug erhielt das Automeister-Team Bestnoten und erreichte 98,5 Prozent aller möglichen Punkte. „Unsere Kunden schätzen unsere Werkstattleistungen und nehmen dafür gern weite Anfahrtswege in Kauf“, freut sich der 60-Jährige. Das Resultat: rund 4 500 loyale Kunden.

Von der Übernahme der Automeister-Kette durch Point-S wünscht sich Wilhelm Spahr attraktive Konditionen beim Einkauf von Ersatzteilen, Rädern und Reifen. „Bereits auf der nächsten Automeister-Tagung stellen wir unseren Partnern ein neues Räder- und Reifenmodul sowie Bausteine für das Marketing vor“, verspricht Automeister-Vertriebsleiter Mitja Bartsch. „Der Reifen ist für mich ein wichtiger Kundenbagger, mit dem ich pro Saison etwa 60 Neukunden an unseren Servicebetrieb binden kann“, ergänzt der Kieler Werkstattpartner.

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