Halbjahresergebnis Porsche fährt besser durchs zweite Quartal

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Im zweiten Jahresviertel hatte der Sportwagenbauer zwar einen besseren Lauf. Aber für das erste Halbjahr schlagen Rückgänge zu Buche. Porsche-Chef Blume hat bereits die Jahresprognosen gesenkt.

Porsche-Fertigung in Zuffenhausen(Bild:  Porsche AG)
Porsche-Fertigung in Zuffenhausen
(Bild: Porsche AG)

Der Sportwagenbauer ist nach einem schwachen Jahresbeginn im zweiten Quartal besser in die Spur gekommen. Die operative Umsatzrendite habe in den drei Monaten April bis Juni bei 17,0 Prozent gelegen, teilte das mehrheitlich zum Volkswagen-Konzern gehörende Dax-Unternehmen mit.

Analysten hatten im Schnitt mit 16,3 Prozent Marge gerechnet. Im ersten Quartal hatte sie 14,2 Prozent betragen, weil unter anderem hohe Forschungs- und Entwicklungskosten angefallen waren und Porsche derzeit viele Modelle neu auf den Markt bringt.

Trotz des besseren Laufs im zweiten Jahresviertel hatte Porsche-Chef Oliver Blume zuvor in dieser Woche die Jahresprognosen gesenkt. Wegen Überschwemmungsfolgen bei einem Aluminiumzulieferer rechnen die Stuttgarter mit Produktionsverzögerungen.

Umsatz und operatives Ergebnis gesunken

Im ersten Halbjahr stehen wegen der Einführung von neuen und aufgefrischten Modellen sowie wegen schwacher Verkäufe in China weiter Rückgänge im Geschäft zu Buche. Der Umsatz fiel um nahezu 5 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro; das operative Ergebnis schrumpfte um gut ein Fünftel auf 3,06 Milliarden Euro. Die operative Marge ging damit um mehr als 3 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent zurück. Für das Gesamtjahr peilt das Management eine Bandbreite von 14 bis 15 Prozent an.

Das Management will in den kommenden Jahren wieder bessere Werte liefern. Bei der operativen Marge sei Blume zuversichtlich, 2025 die mittelfristige Zielspanne von 17 bis 19 Prozent Marge zu erreichen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen werde auch weiter an den Kosten gearbeitet, um in die langfristig angestrebten Regionen von mehr als 20 Prozent zu kommen, sagte Finanzchef Lutz Meschke. Unter anderem würden künftig weniger Kosten für Forschung und Entwicklung anfallen. Das dürfte bereits das zweite Halbjahr gegenüber dem ersten entlasten.

Vor allem in China hat Porsche derzeit Probleme, im ersten Halbjahr sackten die Auslieferungen in der Volksrepublik um ein Drittel ab. Porsche verweist seit längerem auf ein schwaches Umfeld für Luxusautos, weil die wohlhabenden Chinesen derzeit in ihrer Kauflust von der Immobilienkrise im Land gebremst würden. Es müsse abgewartet werden, wie sich der Markt für Luxusautos in China generell entwickle, sagte Blume.

Verbrenner rückt wieder stärker in den Fokus

Der Konzernchef ergänzte, der kürzlich vorgestellte künftige China-Chef Alexander Pollich solle sich unter anderem um intensivere Beziehungen zu den chinesischen Händlern kümmern. In Medienberichten hatte es kürzlich geheißen, die Händler in China seien verstimmt, weil Porsche im harten chinesischen Wettbewerb keine Rabatte gestatten wolle. Dabei bleibe Porsche auch, sagte Blume. Das Unternehmen habe sich aber entschieden, wegen der Absatzprobleme Kompensationen für die Händler gekoppelt an ihre Leistung zu schaffen. Diese Zahlungen sollen sich nicht allein an der Verkaufsmenge orientieren.

Finanzchef Lutz Meschke kündigte zudem an, im Rahmen der schwierigen Marktlage für Elektroautos wieder stärker den Verbrenner in den Fokus zu nehmen. „Da sich die Transformation zur Elektromobilität weltweit sehr unterschiedlich entwickelt, haben wir bereits begonnen, Projekte und Produkte auch im Hinblick auf die Verbrennertechnologie neu zu kalibrieren und zu priorisieren“, sagte er laut Mitteilung. Zur Strategie gehöre eine größtmögliche Flexibilität bei der Produktion der verschiedenen Antriebsarten.

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