Porsche: Mit dem Handel in die Zukunft

Autor / Redakteur: Johannes Büttner / Johannes Büttner

Der Sportwagenbauer sieht sich für die Zukunft des Automobilhandels gut gerüstet. Barbara Vollert, Porsche-Vertriebschefin für Europa, betonte im Rahmen eines Referats auf dem Geislinger Automobilsommer außerdem, dass sich zwar die Verkaufsprozesse ändern, Autohäuser dabei aber nach wie vor eine wichtige Rolle spielen werden.

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Porsche-Managerin Barbara Vollert referierte auf dem Geislinger Automobilsommer. Im Hintergrund: IFA-Leiter Prof. Dr. Willi Diez.
Porsche-Managerin Barbara Vollert referierte auf dem Geislinger Automobilsommer. Im Hintergrund: IFA-Leiter Prof. Dr. Willi Diez.
(Bild: IFA)

Barbara Vollert, Vertriebsleiterin von Porsche für Europa, war eine der hochkarätigen Referentinnen auf dem Geislinger Automobilsommer (19. bis 25. Juni 2017). Die Managerin sprach vor rund 250 Zuhörern an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) über die Herausforderungen des Automobilvertriebs der Zukunft. Dabei ließ sie keinen Zweifel daran, dass der Zuffenhausener Sportwagenbauer weiter auf ein starkes Vertragshändlernetz setzt.

Porsche glänze derzeit mit hervorragenden Absatz-, Umsatz und Mitarbeiterzahlen, so Vollert. Doch das wäre kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, denn: „Die Automobilindustrie steht vor dem größten Wandel aller Zeiten.“ Elektroantrieb, Digitalisierung, Vernetzung, Emissionsauflagen, überlastete Verkehrsnetze und autonomes Fahren würden für eine Fülle an neuen Herausforderungen sorgen. Porsche wolle deshalb weg von der Wahrnehmung als Hersteller und sich stattdessen zur weltweit führenden Marke für sportliche und innovative Mobilität entwickeln.

Im Vertrieb käme virtuellen Erlebniswelten eine viel größere Bedeutung zu. Damit habe das klassische Autohaus aber keineswegs ausgedient. Vielmehr müssten die Porsche-Zentren zu „Multi-Erlebnislandschaften“ ausgebaut werden. Zusätzlich würden neue Kundenkontaktpunkte wie beispielsweise die Porsche-Erlebniswelt auf Sylt realisiert. In Beirut posieren die Autos wie auf einem Laufsteg, im chinesischen Guangzhou stehen sie schillernd wie übergroße Juwelen im Zentrum einer Mall.

Der Sprit, der die künftigen Entwicklungen auch in der Autobranche antreibt, sind nach Auffassung der Porsche-Managerin die Daten. „Je mehr wir über den Kunden wissen, umso gezielter können wir diese ansprechen und passgenaue Angebote machen“, erläuterte Vollert. Um vor allem auch die jüngere Generation zu erreichen, gebe Porsche gerade auf dem Feld der sozialen Medien richtig Gas.

Porsche Automotive Campus

Der Vortrag von Barbara Vollert stellte zugleich den Auftakt für die neue Runde zum Porsche Automotive Campus (PAC) dar, der durch das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) in Geislingen betreut wird. Vollert, IFA-Chef Professor Willi Diez und Studiendekan Professor Stefan Reindl überreichten den neuen Stipendiaten des Porsche Automotive Campus ihre Ernennungsurkunden.

Abschließend machte Vollert klar, dass sie junge Leute nicht nur als Mitarbeiter, sondern auch als Kunden der Zukunft für ihre Marke sehe. Sie habe keinen Zweifel daran, dass die Faszination Porsche auch im Zeitalter von Elektromobilität und Digitalisierung Bestand haben werde. „Heute mögen Sie sagen, dass Sie kein Auto brauchen“, wandte sich Vollert an die Studierenden, „aber Porsche wird es schaffen, Sie dafür zu begeistern.“

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