Praxis-Tipp elektrische Bremse: Bye bye Bremsflüssigkeit?

Autor / Redakteur: Steffen Dominsky / Steffen Dominsky

Die Throttle-by-Wire-Technologie ist weder neu noch besonders anfällig, weiß der technische Datenspezialist Autodata. Warum also nicht auch die Radbremsen via elektrischer Leitung steuern und auf die ganze Hydraulik einfach verzichten?

Sollte schon seit Jahren verbreitet sein: die rein elektrische Radbremse wie die „Keilbremse“ von Siemens/VDO (jetzt Continenal). Doch nicht etwa technische Gründe verhinderten bislang eine Serieneinführung. Vermutlich geben wirtschaftliche Gründe den Ausschlag, denn das System verfügt über wesentlich weniger Komponenten – und was man nicht verkauft, daran verdient man als Zulieferer auch kein Geld.
Sollte schon seit Jahren verbreitet sein: die rein elektrische Radbremse wie die „Keilbremse“ von Siemens/VDO (jetzt Continenal). Doch nicht etwa technische Gründe verhinderten bislang eine Serieneinführung. Vermutlich geben wirtschaftliche Gründe den Ausschlag, denn das System verfügt über wesentlich weniger Komponenten – und was man nicht verkauft, daran verdient man als Zulieferer auch kein Geld.
(Bild: Siemens AG Pressebilder/Presspictures)

Herkömmliche hydraulische Bremssysteme haben sich im Verlauf des letzten Jahrhunderts nur wenig verändert. Gut, da gab es vor geraumer Zeit den Umstieg von der Trommelbremse auf die Scheibenbremse. Und mit der Einführung des Antiblockiersystems (ABS) und der elektronischen Stabilitätskontrolle (ESP) wurden gänzlich banale Systeme schon etwas anspruchsvoller. Es folgte die weitere Elektronifizierung z. B. in Form des Notbremsassistenten (AEB). Doch noch immer basierte das Bremssystem auf „einfacher“ Hydraulik.

Die Option, nicht länger konventionelle hydraulische/mechanische Betätigungssysteme, sondern elektronisch gesteuerte Systeme einzusetzen, wurde zunächst in der Luft- und Raumfahrtindustrie im Rahmen der Fly-by-Wire-Technologie untersucht. Die Steuersysteme für die Lenkung, den Schubregler und die Bremsen wurden vollständig auf Elektrik umgestellt, sodass keine mechanischen Komponenten wie Kabel und Gestänge mehr zum Einsatz kamen. Die Flugzeugtechniker stellten fest, dass sich durch den Wegfall dieser mechanischen Komponenten, die viel Platz beanspruchen, und den Einsatz elektronischer Systeme die Zuverlässigkeit der Luftfahrzeuge im Betrieb deutlich erhöhte und kompaktere Bauformen möglich wurden. Bisher hat die Automobilindustrie elektronisch gesteuerte Systeme nur in Form der Throttle-by-Wire-Technologie (Drosselklappensteuerung via Kabel) in der Serie übernommen, dabei forscht sie schon seit Langem auch an elektrisch gesteuerten Bremsen.