Kfz-Versicherungen Teure Ersatzteile führen zu Milliardenverlusten bei Versicherern

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

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Weil die Preise von Ersatzteilen für Autos um zehn Prozent gestiegen und so teuer wie nie zuvor sind, erwarten die Kfz-Versicherer Verluste in Höhe von drei Milliarden Euro. Fahrzeughalter werden deswegen wohl mit höheren Versicherungsbeiträgen rechnen müssen.

Ersatzteile für Autos werden immer teurer. Die neuerliche Preissteigerung wird Kfz-Versicherern Milliardenverluste bescheren. Autofahrer werden wohl mit höheren Versicherungsbeiträgen rechnen müssen.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Ersatzteile für Autos werden immer teurer. Die neuerliche Preissteigerung wird Kfz-Versicherern Milliardenverluste bescheren. Autofahrer werden wohl mit höheren Versicherungsbeiträgen rechnen müssen.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Teure Ersatzteile belasten das Geschäft der Kfz-Versicherer in Deutschland nach Einschätzung der Branche massiv. Neue Ersatzteile für Autos seien in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt um knapp 10 Prozent teurer geworden, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte.

Vor allem die Preise für Scheinwerfer, Windschutzscheiben und Kotflügel sind gestiegen. Einige Ersatzteile wurden demnach aber sogar noch teurer: So kostet dem Verband zufolge eine hintere Autotür durchschnittlich über 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Preisanstieg stärker als Inflationsrate

Mit diesem Preisanstieg setzt sich laut GDV eine Entwicklung fort, die der Verband seit 2013 beobachtet. „Die Kosten für Pkw-Ersatzteile steigen rasant und deutlich schneller als die Inflationsrate: Während der Verbraucherpreisindex seit Januar 2013 um knapp 28 Prozent stieg, erhöhten Autohersteller ihre Ersatzteilpreise um mehr als 70 Prozent“, erklärte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Kofferraumklappen und hintere Seitenwände wurden in diesem Zeitraum um 93 Prozent, Rückleuchten sogar um 97 Prozent teurer. Im Vergleich dazu haben sich die Beiträge einer Kfz-Haftpflichtversicherung mit einer Steigerung von knapp über 7 Prozent seit 2013 kaum erhöht.

Bei den Versicherern führten die höheren Ersatzteilpreise zu steigenden Reparaturkosten nach Unfällen. „Im vergangenen Jahr kostete ein Pkw-Sachschaden die Kfz-Haftpflichtversicherer im Durchschnitt rund 3.700 Euro, das waren 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr“, so Asmussen. 2013 hatte dieser Wert noch bei 2.400 Euro gelegen.

Kfz-Versicherer erwarten Verluste in Milliardenhöhe

Wegen der anhaltenden Preissteigerung und den in den vergangenen Jahren kaum gestiegenen Kfz-Versicherungsbeiträgen geht der GDV davon aus, dass die Unternehmen der Branche in diesem Jahr Verluste in Höhe von fast drei Milliarden Euro einfahren. Autofahrer zahlten in diesem Jahr für die Absicherung ihrer Fahrzeuge rund 30,2 Milliarden Euro, aber die Versicherer müssen rund 33,1 Milliarden Euro für Schäden und Verwaltung ausgeben.

Für seine Auswertung nutzt der GDV eine Datenbank zur Schadenkalkulation von 34 Fabrikaten mehrerer Hersteller – von Kleinwagenmodellen bis hin zu Fahrzeugen der Oberklasse. Für jedes Fahrzeug wurden die Preise von bis zu zwanzig Ersatzteilen erhoben, die nach Unfällen häufig ausgetauscht werden müssen.

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