Preise für Gebrauchte über Vorjahresniveau
Laut Autoscout 24 sind im September die Preise für Gebrauchtwagen um durchschnittlich 1,2 Prozent gestiegen. Darin sieht die Börse einen Grund für die sinkende Nachfrage.
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Die Schnäppchenzeit ist vorbei. Zum Herbstanfang ziehen die Preise wie erwartet weiter an. Der Preisanstieg von 1,2 Prozent entspricht nach den Erfahrungen von Stephan Spaete, Senior Vice President Sales & Operations von Autoscout 24, der saisonalen Schwankung: „Der Markt verhält sich seit Jahren so. Zum Herbst steigen die Preise und bleiben im Winter auf hohem Niveau. Zum Frühjahr und vor allem Sommer fallen sie dann wieder. Händler kennen das.“ Der Abstand zum Vorjahresmonat (Durchschnittspreis 16.963 Euro) lag allerdings bei gerade einmal 0,6 Prozent. In den ersten fünf Monaten des Jahres fiel der Abstand zum Vorjahr wesentlich deutlicher aus. „Das zeigt, dass der Preisanstieg sich noch weiter verstärken kann“, folgert Spaete.
Preislich legten sämtliche Alterssegmente im September zu, besonders aber ältere Fahrzeuge. So stieg der geforderte Durchschnittspreis der bis zu zwölf Monate alten Gebrauchtwagen (26.396 Euro) nur leicht um 0,4 Prozent. Mit 0,3 Prozent ebenfalls sehr gering war der Anstieg im Alterssegment der Ein- bis Dreijährigen (24.333 Euro). Etwas stärker stiegen die Angebotspreise in den Alterssegmenten der drei- bis fünfjährigen (1,3 Prozent, 18.375 Euro) und der fünf- bis zehnjährigen Gebrauchtwagen (2,1 Prozent, 10.925 Euro). Am stärksten mit einem Plus von 2,5 Prozent zogen im September die Angebotspreise der zehn bis 15 Jahre alten Gebrauchten an.

Bei den Fahrzeugklassen entwickelten sich die Preise saisonbedingt unterschiedlich: Den größten Preissprung verzeichneten Sportwagen (+1,8 Prozent) mit klassischen Schönwetterfahrzeugen vom Schlage eines Mercedes-Benz SL oder Jaguar F-Type. Gerade der kaum unter 60.000 Euro angebotene Jaguar wurde als Jahres- oder Vorführwagen auch verstärkt angeboten (+14,3 Prozent). Rund die Hälfte der eingestellten Jaguar-Sportwagen gehörten zu dieser Rubrik. Zusammen mit einer höheren Anzahl an hochpreisigen Porsche-, BMW- und Mercedes-Benz-Sportwagen und -Roadstern zog das den durchschnittlichen Angebotspreis auf 45.001 Euro.
In die andere Richtung entwickelten sich die Preise der Oberklasse (-1,7 Prozent, 44.345 Euro) und der oberen Mittelklasse (-0,7 Prozent, 27.121 Euro). Die Angebotspreise für SUV/Geländewagen und Mittelklasse-Fahrzeuge blieben nahezu unverändert.
Angebot an Tages- und Kurzzulassungen wächst weiter
Beim Gebrauchtwagenangebot nach Alter war die Entwicklung im September zweigeteilt. So wuchs bei den bis zu zwölf Monate alten Fahrzeugen der Bestand um 1,8 Prozent und bei Fahrzeugen der Altersklasse ein bis drei Jahre um 2,1 Prozent. In die andere Richtung entwickelte sich der Bestand bei den älteren Fahrzeugen. So sank zu Herbstbeginn die Zahl der Gebrauchtwagen im Alter von drei bis fünf Jahren um 1,2 Prozent, bei den fünf bis zehn Jahre alten Gebrauchten um 0,7 Prozent. Ebenfalls weniger Fahrzeuge als im Vormonat wurden im Alterssegment zehn bis 15 Jahren (-1,1 Prozent) angeboten. Hier spielen aufgrund höherer Haftungsrisiken Händler traditionell kaum eine Rolle.
In sieben von acht Fahrzeugkategorien stieg das Angebot. Den stärksten Zuwachs (+3,1 Prozent) verzeichneten SUV und Geländewagen. Hier standen zwei Crossover-Modelle ganz vorne: der Nissan Murano (+18 Prozent) gleichauf mit dem BMW X6 (+18 Prozent). Dahinter reihte sich mit einem Plus von 2,3 Prozent die obere Mittelklasse ein – gefolgt von Kompaktklasse (+1,2 Prozent), Sportwagen und Vans (jeweils +1,0 Prozent) sowie Ober- (+0,9 Prozent) und Mittelklasse (+0,7 Prozent). Einzig Kleinwagen entwickelten sich für Verkäufer positiv: Hier reduzierte sich der Bestand um 3,2 Prozent.
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