Kleinwagen Preissprünge weit über der Inflationsrate

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Für Konsumenten wird der Fahrzeugkauf immer schwieriger, die Preise für Neuwagen laufen dem Durchschnittsverdiener davon. Binnen zehn Jahren haben sich Kleinwagen um 78 Prozent verteuert.

Kleinwagen wie der Citroën C3 werden immer seltener von den Herstellern angeboten. Diejenigen, die es noch gibt, werden im Verhältnis zur Kaufkraft immer teurer.(Bild:  Adrien Cortesi)
Kleinwagen wie der Citroën C3 werden immer seltener von den Herstellern angeboten. Diejenigen, die es noch gibt, werden im Verhältnis zur Kaufkraft immer teurer.
(Bild: Adrien Cortesi)

Neufahrzeuge im Kleinwagensegment werden für Durchschnittsverdiener immer unerschwinglicher. Das zeigt eine Untersuchung des Autofahrerclubs ADAC, der sich die Preisentwicklung und das Angebot in dieser Fahrzeugklasse genauer angesehen hat. BEV-Modelle vertiefen bislang das Problem.

Der ADAC ermittelte einer Mitteilung zufolge für die Kleinwagen einen aktuellen Durchschnittspreis von 22.591 Euro. Nach dem gleichen Bewertungsschema hatte ein Kleinwagen vor zehn Jahren noch 13.041 Euro gekostet. Das ist eine Preissteigerung um 73 Prozent. Die allgemeine Preissteigerung betrug in diesem Zeitraum dagegen etwa 25 Prozent – vor allem einsetzend ab dem Jahr 2021 infolge der Corona-Pandemie und den globalen wirtschaftlichen Verwerfungen.

Die Folge dieser Entwicklungen zeigt sich, wenn man sich die Kaufkraft der Konsumenten ansieht: Verschlang ein durchschnittlicher Kleinwagen im Jahr 2014 erst rund 60 Prozent eines durchschnittlichen Jahres-Nettoeinkommen, sind heute fast 78 Prozent zu bezahlen oder zu finanzieren – bei steigenden Zinsen. Aus gutem Grund weist der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe regelmäßig in den Kommentaren zur Neuzulassungsentwicklung darauf hin, dass den Konsumenten günstige Fahrzeuge in der Auswahl fehlen. Und auch der ADAC kommt zu einem klaren Ergebnis: „Für viele Verbraucher ist es fast unmöglich, sich ein neues Auto zu kaufen“, so ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze.

Immer weniger Modelle trotz E-Zuwachs

Die Wahlmöglichkeit schrumpft nicht nur wegen der steigenden Preise, sondern auch wegen des Wegfalls von Modellen. Konnten die Käufer vor zehn Jahren noch zwischen 80 Kleinwagen mit Verbrennungsmotor entscheiden, sind es derzeit nur noch 55 Modelle, Varianten und Derivate. Einzig Vielfalt an Stromern hat zugenommen – von acht auf aktuell 22 Modelle.

Doch die sind bekanntlich noch teurer als die Verbrenner-Pendants. Der ADAC berechnet für die Stromer einen Durchschnittspreis von 29.457 Euro, also knapp 7.000 Euro mehr als ein Verbrenner-Modell. Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich bei den Elektro-Kleinwagen allerdings eine kleine Entspannung: 2023 mussten durchschnittlich noch 32.155 Euro bezahlt werden. Ursache seien insbesondere Preissenkungen nach dem Wegfall der Förderprämie, so der ADAC.

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