Presse: Tesla-Modelle kommen als Bausatz in den Niederlassungen an
Ein Medienbericht zeichnet ein klägliches Bild von den Produktionsprozessen bei Tesla: Die Autos kommen angeblich nur als Bausätze zu den Niederlassungen. Das Stammwerk in Fremont soll zudem mit einer modernen Auto-Produktionslinie kaum etwas gemein haben.

Tesla greift einem Medienbericht zufolge zu fragwürdigen Methoden, um die eigenen Produktionsengpässe in den Griff zu bekommen. Laut der „Financial Times“ beliefert der Hersteller seine Niederlassungen mit Bausätzen statt mit fertigen Autos, Mitarbeiter vor Ort müssten dann die Fahrzeuge selbst zusammenschrauben. Erst dann können die Elektroautos ihren Käufern übergeben werden.
Dabei soll es nicht um kleine Teile wie Außenspiegel sondern um elementare Komponenten wie Sitze und Displays gehen. Wie Tesla sicherstellt, dass die Teile korrekt eingebaut werden, geht aus dem Bericht nicht hervor. Offenbar ist das nicht erst seit den jüngst veröffentlichten Produktionsproblemen beim Model 3 gängige Praxis. Ein ehemaliger Regional-Leiter sagte der „Financial Times“: „Das geht schon seit Jahren so.“
Ein Tesla-Pressesprecher wird von dem Blatt folgendermaßen zitiert: „Gelegentlich schicken wir neue Teile an unsere Auslieferungszentren, wenn für die Autos noch einmal Zusatzausstattung gebucht wurde, nachdem wir das Fahrzeug schon an die Niederlassung verschickt haben.“ Und weiter: „Das mag manchen Leuten komisch vorkommen, aus unserer Sicht funktioniert es aber gut.“
Tesla-Insider schildern in dem Bericht außerdem ein für den Hersteller unerfreuliches Bild des Stammwerks in Fremont. Ein namentlich nicht genannter Produktionsexperte gab beispielsweise an, „noch nie“ so viel manuelle Arbeit in einer Produktionslinie gesehen zu haben wie bei Tesla. Zwei weitere Personen, die erst vor Kurzem in Fremont vor Ort waren, berichten außerdem, dass Arbeiter selbst die Produktionsroboter von Hand bedienen müssten.
Tesla hatte bei der Bekanntgabe seiner jüngsten Quartalszahlen vergangene Woche eingestehen müssen, mit der Produktion des Model 3 massiv in Verzug geraten zu sein. Statt der angepeilten 1.500 Einheiten haben die Kalifornier gerade einmal 260 Modelle gebaut. Als Grund gab Firmenchef Elon Musk Engpässe in der eigenen Gigafactory in Nevada an. Dort stellt Tesla die Batteriemodule für seine Elektroautos her.
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