Pressebericht: Tina Müller will raus aus Rüsselsheim
Die Opel-Marketing-Vorständin schaut sich offenbar gerade nach etwas Neuem um. Laut dem Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ hat Tina Müller kürzlich bei Daimler angeklopft.

Tina Müller sieht sich möglicherweise derzeit aktiv nach einem neuen Job um. Laut dem Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ hat die 48-Jährige kürzlich in Stuttgart ein Karrieregespräch mit einem hohen Daimler-Manager geführt. Der Bericht bringt das Treffen in Zusammenhang mit der Neubesetzung des Vertriebsvorstandspostens bei dem Stuttgarter Hersteller – diese Stelle hat aber dann bekanntlich Britta Seeger ergattert. Und auch sonst war wohl kein angemessener Posten für Tina Müller frei. „Bilanz“ mutmasst, „ein schlichter Vizepräsident“ an der Marketingspitze von Mercedes sei Müller zu mager – nicht ganz aus der Luft gegriffen, gilt die Werberin doch in Sachen Eigenvermarktung mindestens als ebenso talentiert und ehrgeizig wie beim Markenaufbau. Opel wollte den Bericht am Freitag auf Anfrage nicht kommentieren.
Zuletzt hat Tina Müller in Werberkreisen mit der Nachricht überrascht, den Opel-Etat auf zwei große Agenturen aufteilen zu wollen – Scholz & Friends und Heimat. Da drängt sich die Frage auf, warum künftig gleich zwei erwiesenermaßen kreative Quellen Ratschläge für neue Kampagnen erteilen müssen, wenn schon bisher keine durchgängige Kommunikation greifbarer Markenkernwerte gelang.
Während die Produkte aus Rüsselsheim schon lange wieder hell glänzen, behindert nach wie vor eine schwache Marke den Vertrieb. Mit der „Umparken-im-Kopf“-Kampagne konnte Tina Müller zwar Akzente setzen, Werbe-Experten zweifelten jedoch immer wieder an der Nachhaltigkeit der Aktion. Substanzielle Studien, die das Gegenteil nahelegen, konnte der Hersteller nie vorweisen.
Stattdessen musste Opel den Eigenzulassungskanal in den letzten Jahren immer druckvoller beschicken, um überhaupt einigermaßen vertretbar an das jeweilige Jahresvertriebsziel heranzukommen. Seit Ende 2015 pusht Opel massiv sein „Faktoren-Leasing“ für Privatkunden, damit die Kurzzulassungen sich nicht auf den Händlerhöfen stauen. Bis einschließlich September hat Opel so in diesem Jahr bereits 70.000 Einheiten mit Margenverlust in den deutschen Markt gedrückt – ein Anteil von knapp 41 Prozent am gesamten Neuzulassungsvolumen des Fabrikats.
(ID:44362164)