Prius heizt auch ohne Motorwärme

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Herkömmliche Autos heizen mit Motorwärme, die es aber bei E-Fahrzeugen kaum gibt. Im Toyota Prius Plug-in sorgt deshalb eine elektrische Wärmepumpe für behagliche Temperaturen.

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Elektroautos stellen viele neue Anforderungen, und das nicht nur an die Batterie- und Antriebstechnik. Auch die Komfortausstattung muss an das neue Antriebskonzept angepasst sein, und da besonders die Klimatisierung. Bislang nutzen Autos die Abwärme des Verbrennungsmotors für die Fahrzeugheizung, während der Klimakompressor durch einen Riemen mechanisch vom Motor angetrieben wird. Gibt es allerdings keinen ständig laufenden Otto oder Diesel, fallen diese Energiequellen aus.

Toyota hat deshalb für den Prius Plug-in einen elektrischen Klimakompressor und eine neue elektrische Wärmepumpe entwickelt, die die Innenraumtemperatur auch im elektrischen Fahrmodus konstant halten. Die Wärmepumpe entspricht in ihrer Funktionsweise einer umgekehrten Klimaanlage – deshalb sind die Komponenten Verdampfer und Kondensator auch jeweils zwei Mal vorhanden. Die Anlage bezieht ihre Wärme also quasi aus der Umgebungsluft. Für Temperaturen unter minus zwei Grad Celsius sind allerdings elektrische Zuheizer an Bord, um ein Vereisen zu verhindern.

Die elektrische Klimaanlage ist laut Toyota so ausgelegt, dass sie die Batterie-Reichweite des Prius Plug-in so wenig wie möglich beeinträchtigt. Rein batteriebetriebene Fahrzeuge werden künftig ebenfalls von dieser Entwicklung profitieren, verspricht der Hersteller.

Die integrierte Standheizung

Ein weiteres Merkmal der Klimakompressor- und Wärmepumpentechnik ist, dass sie sich mit der Funkfernbedienung steuern lässt. So kann der Fahrer das Auto vor Fahrtantritt auf die zuvor gewählte Innenraumtemperatur kühlen oder heizen. Die unangenehmen ersten Fahrminuten, in denen das Auto je nach Jahreszeit entweder frostkalt oder total überhitzt ist, werden so bequemer und auch sicherer.

Der Toyota Prius Plug-in basiert auf der Technik des bekannten Vollhybridautos, besitzt aber eine Lithium-Ionen-Batterie, die sich an der Steckdose aufladen lässt. Sie gewährleistet dem Viertürer eine elektrische Reichweite von rund 20 Kilometern. Der teilelektrische Toyota soll im Jahr 2012 auf den Markt kommen. Dann könnte auch eine weitere Toyota-Technik an Bord sein, die allerdings die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer verbessern soll.

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