Professionelle Hilfe stärkt Werkstatt-Marge
In der Schadenabwicklung verschenken die Werkstätten viel Potenzial. Ein Workshop verdeutlichte, wie Anwälte, Sachverständige und Dienstleister helfen können, den Margenverfall zu stoppen.
Anbieter zum Thema

Der Wettbewerb unter den Kfz-Versicherern ist gnadenlos und wird über den Preis geführt. Um ihre Kosten zu senken, kürzen die Versicherer in fast jedem zweiten Fall die Leistungen. Die meisten Autohäuser schlucken diese Kürzungen und reichen die Kosten nicht an ihre Kunden weiter. Dies erklärte Marion Zeman, Leiterin der Niederlassung Berlin der bundesweit agierenden Anwaltskanzlei Voigt, auf einem Workshop der Kanzlei in Berlin.
Zeman rät Autohäusern und Karosseriebetrieben, immer einen Rechtsanwalt und einen Sachverständigen einzuschalten, da sich nicht jeder Kaskoschaden am Ende so klar darstellt, wie er auf den ersten Blick erscheint. Darüber hinaus entlastet der Fachmann den Serviceberater, der keine Kostenvoranschläge mehr erstellen muss. Begleitend dazu bietet die Kanzlei Voigt Schulungen für die Unfallannahme im Autohaus an. Mit 27 Standorten in Deutschland ist sie nach eigenen Angaben Marktführer im Schadenbusiness in Deutschland, wobei sie nicht für Versicherungen arbeitet.
Bundesweit vertreten ist ebenfalls die Sachverständigen-Organisation Dekra. Mario Kridde, Abteilungsleiter Gutachten in Berlin, stellte die Vorteile eines Gutachtens durch eine Prüforganisation für den Betrieb dar. Es zeige alle relevanten Daten und gebe gerichtsverwertbare Aussagen zu merkantiler Wertminderung, Plausibilität des Schadens und Wiederbeschaffungswert. Der Sachverständige sei vor Gericht zudem ein weiterer verwendbarer Zeuge.
Problem Personalführung
Mit dem Deckungsbeitrag hadern nicht nur Versicherungen, sondern zunehmend auch die Werkstätten. Laut Ifa-Institut ist der DB III im Service seit 2010 von 29,5 Prozent auf 23 Prozent gesunken. Die Gründe sind vielfältig, beispielsweise ist die Zahl der Garantie- und Kulanzarbeiten um 50 Prozent gesunken. Allerdings gibt es Potenzial zum Gegensteuern. Viel Geld verlören Autohäuser im Aftersales durch fehlende Zusammenarbeit der einzelnen Abteilungen, mahnte Werner Tönnemann von S&B Consulting, der Betrieben bei der Optimierung von Werkstattabläufen zur Seite steht.
Entscheidend sind für ihn die innere Einstellung der Mitarbeiter und die Kontrolle der ergriffenen Maßnahmen. Für eine erste Orientierung bietet S&B Consulting Autohäusern einen kostenfreien Service-Check an, um die Entscheidung für eine Optimierung des Service-Geschäfts zu erleichtern.
Gießkanne ade
Henry Ford beklagte der Überlieferung zufolge, dass er 50 Prozent seiner Werbeausgaben zu Fenster hinauswerfe, er aber nicht wisse, welche Hälfte. Diese Frage hätte ihm Phillip Posselt, Geschäftsführer der Veact GmbH, vermutlich beantworten können. Elementar wichtig für den Marketingspezialisten ist die Kundenvitalitätsanalyse, um das Werbebudget effizient auszugeben. Sie unterscheidet nach aktiven, inaktiven und verlorenen Kunden.
Weiteres Kriterium ist die Loyalität der Kunden. Veact rät dazu, loyale Stammkunden nicht mit Werbung zu behelligen, eine Glückwunschkarte zum Geburtstag ist hier der richtige Weg. Ein Abgleich des Datenschatzes aus Rechnungen, Terminvereinbarungen und Kontaktberichten der letzten Jahre verhilft zu maßgeschneiderten Werbeaktivitäten für teil-loyale Kunden, die offensichtlich Fremdangebote nutzen.
(ID:43677568)