Projekt Mu verschmilzt mit Peugeot Rent

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Andreas Grimm, Andreas Grimm

Die Akzeptanz von „Mu by Peugeot“ ist zwiespältig. Laut Peugeot-Chef Thomas Bauch ist die Zahl der Interessenten zufriedenstellend, doch deren Nutzungsverhalten geht in eine andere Richtung als gewünscht.

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Mit dem Mobilitätskonzept Mu will Peugeot Antworten geben auf die gewandelten Bedürfnisse der Kunden. Zugleich öffnet es den Peugeot-Partnern einen neuen Kanal, um Umsätze zu generieren. Wie das Projekt bei den Kunden im Versuchsgroßraum Berlin ankommt, erläutert Thomas Bauch, Geschäftsführer von Peugeot Deutschland, im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«.

Redaktion: Im ersten Halbjahr haben sie 500 Kunden für Ihr Mobilitätskonzept Mu gewonnen. Sind Sie damit zufrieden?

Thomas Bauch: Für den Anfang sind wir in Berlin damit zufrieden, das Geschäftsmodell rechnet sich. Aber wir sind noch nicht zufrieden, wie Mu bisher genutzt wird.

Warum nicht?

Bei unseren bisherigen Kunden ist der Mobilitätsgedanke eher untergeordnet. Sie wollen vor allem Abwechslung: heute ein Cabrio und morgen einen Roller. Wir freuen uns über das Geschäft, wollen aber nicht Wettbewerber zu einem Autovermieter sein, sondern ein neues Mobilitätskonzept bieten.

Wie viele Kunden wollen Sie in den nächsten sechs Monaten gewinnen?

Entscheidend für uns ist, nicht nur mehr Teilnehmer, sondern Kunden zu gewinnen, die Mu als alternatives Mobilitätsangebot nutzen.

Zuletzt haben Sie die Attraktivität des Angebots erhöht.

Wir haben die Lücke zwischen der Haustür des Kunden und dem Auto geschlossen. In Berlin haben wir eine Kooperation mit der BVG, dem Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs. Das streben wir auch in anderen Städten an.

In welchen Metropolen kann man Mu künftig nutzen?

Bis Ende April 2011 wollen wir in Hamburg und München sowie im Ruhrgebiet präsent sein.

Und die Händler auf dem Land?

Um sie zu integrieren, verschmelzen wir Mu und Peugeot Rent. Der Händler kann Roller und Fahrräder aufnehmen und daran partizipieren. Das ist eine große Chance, Elektrofahrräder boomen zurzeit.

Das heißt, der Händler muss erstmal investieren?

Wenn ein Händler bei Mu by Peugeot mitmachen möchte, sind keine großen Investitionen erforderlich. Möchte er zusätzlich auch in den Zweiradvertrieb einsteigen gibt es zwei Möglichkeiten. Einerseits kann er eine komplette Zweirad-Werkstatt in einem Nutzfahrzeug kaufen. Andererseits kann er aber auch mit einem örtlichen Fachhändler kooperieren. Wir unterstützen ihn dabei. Dies ist zum Beispiel über eine Verlinkung über das Kundenbindungsprogramm denkbar: Der Autohändler liefert und gibt einen Gutschein für den Fahrradhändler dazu, der sich um Aspekte wie Garantie kümmert.

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