Prüforganisationen kontollieren sich selbst
Die Hauptuntersuchungen erhalten eine neue Qualität. Mit unangekündigten Nachkontrollen der untersuchten Fahrzeuge prüfen Dekra, TÜV, GTÜ, KÜS und Co. gegenseitig ihre Arbeit.
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Die Prüforganisationen in Deutschland investieren in die Qualitätssicherung der Hauptuntersuchung von Kraftfahrzeugen (HU). Im Rahmen der Fahrzeugprüfung nehmen künftig zwei Auditoren bei unangekündigten Nachkontrollen nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Fahrzeuge gemeinsam unter die Lupe. Ein Auditor gehört der Organisation des kontrollierten Prüfingenieurs an, der zweite einer fremden Organisation.
Beide prüfen, ob der Sachverständige alle Mängel erkannt und sie in die richtige Mängelkategorie eingestuft hat, und ob er die amtliche Prüfplakette korrekt zugeteilt und am Fahrzeug angebracht hat. Auch die Dokumentation der Mängel im Prüfbericht muss genau den Vorschriften entsprechen.
Als „einen Meilenstein in der periodischen Fahrzeugüberwachung“, bewertet Dr. Gerd Neumann, Geschäftsführer der Dekra Automobil GmbH und Vorstandsvorsitzender des Vereins für Qualitätsmanagement in der Fahrzeugüberwachung e.V., den gemeinsamen Schritt der Prüforganisationen.
Weiterer Baustein der Qualitätssicherung
Die Ergebnisse der jährlich insgesamt mehr als 6.000 Nachkontrollen geben den zuständigen Technischen Leitern wichtige Hinweise zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Qualität der Hauptuntersuchung. Ziel ist es, das hohe Qualitätsniveau in der amtlichen Fahrzeugüberwachung zu sichern. Mit den unangekündigten Nachkontrollen ergänzen die Prüforganisationen ein ganzes Bündel von Maßnahmen, die sie bisher schon in ihren Qualitätssicherungssystemen verankert hatten.
Die Dekra beispielsweise nutzt verdeckte Tests bereits seit längerem zur internen Qualitätssicherung. Daneben erarbeiten die Sachverständigen in den jährlichen „Q-Zirkeln“ Schwerpunktthemen, etwa die Motorradprüfung, die HU an Nutzfahrzeugen oder die Prüfung der Sicherheitselektronik und vertiefen ihre Fähigkeiten zur Mängelerkennung. Die jährliche Weiterbildung ist für jeden Prufingenieur verpflichtend. Sie erstreckt sich auf Theorie und Praxis und schließt mit einer Erfolgskontrolle ab.
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