Rabatte für Gebrauchtwagen steigen

Redakteur: Andreas Grimm

Der durchschnittliche Nachlass beim Gebrauchtwagenkauf ist nach einer Analyse der Unternehmensberatung Progenium auf 7,4 Prozent gestiegen. Deutlich besser fährt der Handel mit der weiblichen Kundschaft.

Der Nachlassdruck im Kfz-Handel ist laut einer Studie der Unternehmensberatung Progenium in den letzten Monaten deutlich gestiegen. Derzeit handeln Gebrauchtwagenkäufer einen durchschnittlichen Rabatt von 7,4 Prozent heraus. Höhere Erlöse erzielt der Handel beim Verkauf des Gebrauchten an die weibliche Kundschaft. Der von Käuferinnen realisierte Rabatt liegt der Studie zufolge nur bei 5,8 Prozent.

Im Vergleich zu 2009 ist der erzielbare Nachlass damit deutlich gestiegen. Im Umweltprämienjahr erreichten die Käufer von Gebrauchtwagen einen deutlich geringeren durchschnittlichen Abschlag von 5,7 Prozent. Im Neuwagenverkauf ist der Rabatt nach Progenium-Angaben im gleichen Zeitraum von 13,1 Prozent auf 14,7 Prozent gestiegen. Grundlage für die Studie war die Befragung von 1.000 Autofahrern vor und nach dem Kauf eines Wagens.

Normalisierung des Marktes

Das gestiegene Rabatt-Niveau ist nach Ansicht von Progenium-Geschäftsführer Dr. Michael Mandat Ausdruck einer Marktnormalisierung durch die auslaufenden Auswirkungen der staatlichen Abwrackprämie des Jahres 2009. Durch die staatliche Verkaufsprämie war die Notwendigkeit von Rabatten zur Absatzförderung deutlich gesunken, der erzielbare Nachlass aus Sicht der Kaufinteressenten entsprechend zurückgegangen.

Im Zuge der Marktnormalisierung ist 2010 der Verkaufsdruck auf den Handel wieder gestiegen, gute Absatzzahlen der Hersteller entspringen überwiegend dem Absatzplus in Übersee. „In Deutschland wird um jeden Kunden gekämpft“, verdeutlicht Mandat. Das wissen auch die Käufer, deren Rabatterwartungen entsprechend wieder steigen. Erwarteten sie 2009 noch einen durchschnittlichen Rabatt von 14,2 Prozent bei Gebrauchtwagen, gingen sie 2010 bereits von einem Nachlass von 15,5 Prozent aus. Dagegen ist das Anspruchsdenken der Neuwagenkäufer gesunken: Ihr erwarteter Rabatt sank von 15,9 Prozent auf 15,5 Prozent.

Mit deutlich weniger Rabatt als die männlichen Autokäufer geben sich die Kundinnen zufrieden. Sie erzielten bei Gebrauchtwagen 5,8 Prozent Rabatt (Vorjahr 4,1 Prozent) und bei Neuwagen 11,3 Prozent (Vorjahr 13,2 Prozent).

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