Raffay gibt Smart-Center in Hamburg auf
Damit schreibt die Hamburger Autohandels-Dynastie das letzte Kapitel ihrer 107-jährigen Geschichte. Die beiden Smart-Center und deren 66 Mitarbeiter werden von der Mercedes-Benz-Niederlassung Hamburg übernommen.
Die Hamburger Autohandels-Dynastie Raffay steht vor dem Ende. Wie die Online-Ausgabe des „Hamburger Abendblatts“ am Mittwoch berichtete, wird das Traditionsunternehmen seine noch zwei verbliebenen Smart-Center in der Hansestadt in wenigen Wochen aufgeben. Damit wird Raffay demnächst nicht mehr im Autohandel aktiv sein. Die beiden Smart-Center und deren insgesamt 66 Mitarbeiter werden den Angaben zufolge von der Mercedes-Benz-Niederlassung Hamburg übernommen. Der offizielle Übergang der Geschäftstätigkeit sei für Mitte Januar 2012 vorgesehen, heißt es.
Mercedes integriert Smart-Geschäft
Die „Raffay Smart City Hamburg Automobilhandelsgesellschaft mbH“ unterhält bislang zwei Standorte am Friedrich-Ebert-Damm und am Nedderfeld. Unter der neuen Merecedes-Führung soll es künftig drei Anlaufpunkte für Smart-Kunden geben. „Das Smart-Geschäft bieten wir künftig an drei Standorten an: am Friedrich-Ebert-Damm, in der Kollaustraße, die nah am Nedderfeld liegt, und im Heidenkampsweg“, erklärte Bernd Zierold, Leiter der Mercedes-Benz-Niederlassung Hamburg, gegenüber der Zeitung. Die Integration des Smart-Geschäfts in die Niederlassungen zeichne sich bundesweit ab. „In Städten wie Frankfurt und Nürnberg ist dieser Prozess schon abgeschlossen“, so Zierold.
Auch der bisherige Smart-Center-Geschäftsführer Hans-Werner Maas zeigt sich mit der Abwicklung des Verkaufs und dessen Modaliäten zufrieden: „Entscheidend war für uns, die Zukunft der Marke Smart und die Zukunft der Beschäftigten langfristig zu sichern. Darauf waren auch unsere Verhandlungen mit Mercedes-Benz ausgerichtet und nicht auf die Erzielung eines hohen Verkaufserlöses“, so Maas gegenüber dem Blatt.
Ende einer Ära
Mit der Aufgabe der beiden Hamburger Smart-Center enden laut Zeitungsbericht alle Aktivitäten der Familie Raffay im Automobilhandel. Das Autohandels-Unternehmen war 1904 von Richard von Raffay gegründet worden. Zehn Jahre später ging die erste Raffay-Werkstatt in Betrieb. Bis zum Ersten Weltkrieg übernahm Raffay die Vertretung namhafter Automobilhersteller wie Mercedes, Clement-Bayard und Renault. Bereits 1939 war Raffay der größte Audi-Händler Deutschlands. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg gelang mit Volkswagen und Porsche.
Zuletzt hatte sich die Familie von ihren beiden Porsche-Autohäusern getrennt. Ende 2010 übernahm Porsche die Handelsbetriebe selbst. Die mehr als 100 betroffenen Mitarbeiter wurden übernommen. Ende der 80er Jahre hatte die Raffay-Gruppe bereits die VW- und Audi-Autohäuser an Volkswagen verkauft. Raffay war mit zeitweilig mehr als 1.800 Mitarbeitern Deutschlands größter VW-Händler. Der traditionsreiche Name Raffay verschwand im Sommer 2010 von den VW-Autohäusern in der Hansestadt, nachdem sie vom Volkswagen-Konzern modernisiert und umstrukturiert wurden.
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