Reifengeschäft neu organisiert
Um die Werkstatt zu entlasten, hat Citroën-Händler Franz Fischer Reifenservice und -lagerung in eine eigene Halle ausgegliedert. Seither wuchs das Reifengeschäft deutlich an.
Franz Fischer ist Citroën-Händler aus Überzeugung. Sein lokaler Marktanteil liegt immer über dem Bundesdurchschnitt, ohne dass er sich dafür auf unprofitable Preiskämpfe einlassen würde.
Wenn Fischer investiert, dann hat er vorher mit spitzem Stift gerechnet. Was er für sein Reifengeschäft tut „Eigentlich nichts“, meint der Unternehmer bescheiden, „wir sind da noch nicht aktiv.“
Kein Preiskampf
Dabei ist Fischer seit Jahren Michelin-Händler. Seit Citroën das Reifengeschäft entdeckt hat, kauft der Händler beim Citroën-Importeur in Köln ein. Auf Preiskämpfe mit regionalen Reifenhändlern lässt er sich nicht ein. Im Schnitt sind seine Pneus etwa zehn Euro teurer als die der Wettbewerber. Die Kunden scheint das nicht abzuschrecken. Sie honorieren die Servicebereitschaft des Citroën-Betriebs, schließlich beschafft das Team innerhalb eines Tages jeden gewünschten Reifen.
„Die Rädereinlagerung ergab sich dann automatisch“, erklärte Fischer. Er habe diese noch nie beworben. Seine Kunden haben sie einfach erwartet – und zahlen für diesen Service gern. Letzteres haben viele Pessimisten gerade in ländlichen Regionen wie Freinsheim schlichtweg für unmöglich gehalten.
Selbstverständlich ist für Fischer, dass die Werkstattausrüstung für das Reifengeschäft auf dem neuesten Stand ist. Beeindruckend ist die Ordnung, die im Räderlager herrscht – immerhin sind hier rund 700 Radsätze gelagert.
Bessere Planung
Nur mit dem finanziellen Ergebnis der Reifenlagerung war Fischer bislang unzufrieden: „Wenn wir die Prozesse genau beleuchten, dann war die Räderlagerung bisher bei uns ein Nullsummenspiel.“
Trotz Reifenkennzeichnung auf den Ventilkappen gab es Verwechslungen. Am meisten nervte Fischer jedoch der gestörte Werkstattablauf. „Unsere Werkstatt ist voll ausgelastet. In der Wechselsaison standen wir uns trotz aller Planung auf den Füßen herum. Denn die Wechselsaison fällt ja voll mit der Unfall-Hochsaison im Karosseriebau zusammen. Den ewigen Streit um die Hebebühne war ich einfach leid“, erklärt Fischer.
Gemeinsam mit seiner Tochter Carolin, die mittlerweile in das Unternehmen eingetreten ist, haben die Fischers das Reifen- und Einlagerungsgeschäft völlig neu organisiert. Im Frühjahr errichteten sie eine neue Halle neben dem Betrieb, deren eine Hälfte ausschließlich als Reifenservice dient. Getrennt vom täglichen Werkstattgeschäft werden hier die Räder gewechselt und direkt eingelagert.
Ampel steht auf grün
In Freinsheim stehen die Ampeln also auf grün für die nächste Wechselsaison. Fischer rechnet mit 260 weiteren Radsätzen, die er einlagern kann. Allein über die vergrößerten Kapazitäten würde sich die neue Regalanlage bereits nach einem Jahr amortisieren. Dabei sind die Einsparungen durch die Prozessoptimierung noch nicht eingerechnet, weil dazu bei Redaktionsschluss noch keine Erfahrungen vorlagen. Schlusswort von Franz Fischer: „Ich kenne Kollegen, die würden jedem Kunden zehn Euro zahlen, nur damit sie deren Räder nicht einlagern müssen. Wir verdienen zukünftig mit der Einlagerung sogar noch!“
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