Reifenhersteller: Bewegung im Ranking

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Der globale Reifenmarkt ist in Bewegung. Ein Drittel der 20 größten Produzenten kommt bereits aus Schwellenländern und fährt einen klaren Wachstumskurs – nicht zuletzt in Europa.

Reifen im Lager: Noch dominieren etablierte Marken.
Reifen im Lager: Noch dominieren etablierte Marken.
(Foto: Rosenow)

Alljährlich wertet die Fachzeitschrift „Neue Reifenzeitung“ die Geschäftsberichte der weltweit aktiven Reifenhersteller aus, um die Rangfolge der größten Produzenten auf diesem Gebiet zu bestimmen. Das ist gar nicht so einfach; zum einen wegen der unterschiedlichen Währungen, zum anderen weil das Reifengeschäft der einzelnen Konzerne von sonstigen Tätigkeiten getrennt betrachtet werden muss – beispielsweise vom Autoteilegeschäft bei Continental.

Das Ranking der 20 größten Reifenhersteller zeigt: In den Top 5 dominieren die bekannten Schwergewichte der Branche. Doch dahinter nisten sich immer mehr Firmen ein, deren Namen selbst Fachleuten im Kfz-Gewerbe noch nicht geläufig sein dürften. Immerhin sieben der 20 größten Reifenhersteller weltweit kommen aus Ländern wie China, Indien oder Taiwan (die Top 20 als PDF-Download).

Bridgestone ist der Sieger

Größter Reifenhersteller der Welt im Jahr 2014 ist – laut der „Neuen Reifenzeitung“ mit einem Umsatz von 21,3 Milliarden Euro (nur Reifenumsatz) – Bridgestone. Dahinter folgt Michelin vor dem Goodyear-Konzern. Diese drei Player vereinen auf sich rund die Hälfte des Gesamtumsatzes der Top 20.

Nach Continental und Pirelli folgt auf Platz sechs mit Hankook bereits ein Unternehmen, das sich erst seit vergleichsweise kurzer Zeit in der Weltspitze etabliert hat – ein Zeichen dafür, wie schnell es in der Reifenbranche zu Umwälzungen kommen kann. Und es geht weiter: Mit Sumitomo (Marken: Dunlop, Falken) und Yokohama folgen zwei japanische Firmen, bevor auf Platz neun mit Cheng Shin bereits der erste „exotische“ Name auftaucht. Das taiwanesische Unternehmen setzt mit Reifen rund 3,4 Milliarden Euro um und ist in Europa durch die Marke Maxxis bekannt. Der amerikanische Cooper-Konzern schließt die Top Ten ab.

Veränderungen in der zweiten Reihe

Auf den Plätzen 11 bis 20 gibt es eine bunte Herstellervielfalt aus vielen unterschiedlichen Ländern zu bestaunen. Mit Giti und ZC Rubber eröffnen zwei chinesische Unternehmen die Reihe, von denen ersteres mit der Marke GT Radial auch in Europa sehr aktiv ist. Der südkoreanische Kumho-Konzern folgt auf Platz 13.

Im Rest der Liste balgen sich bekannte Markennamen wie Toyo oder Nokian mit Newcomern wie Triangle und Linglong aus China sowie Apollo (Inhaber von Vredestein) und MRF aus Indien. Mit Titan (USA) findet sich sogar ein Landwirtschaftsreifen-Spezialist auf Platz 18 wieder.

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