Dass Firmenlogos auch immer Kinder ihrer Zeit sind, dafür ist der französische Autobauer Renault der beste Beweis. Mal waren die jeweils aktuellen Versionen romantisch-verspielt, mal von geometrischer Strenge.
Renault ist vermutlich der einzige Autobauer der Welt, der einen Panzer als Logo hatte. In den Siebzigerjahren verlieh ein berühmter Künstler dem Signet seine persönliche Handschrift. Viel hat sich seitdem nicht mehr geändert.
(Bild: Renault)
Fortschrittliche Dinge geschehen keineswegs ausschließlich in südkalifornischen Garagen, sondern bisweilen auch in französischen Gartenlauben: 1898 schraubte ein gewisser Louis Renault seinen ersten Vierradwagen in Boulogne-Billancourt in besagter Laube zusammen. Als er damit am Weihnachtsabend vor eine Gastwirtschaft fuhr, waren die dort anwesenden Gäste dermaßen begeistert, dass er in dieser Nacht gleich zwölf Aufträge erhielt. Am 9. Februar 1899 wurde Louis Renault offiziell Autobauer und gründete zusammen mit seinen beiden Brüdern Marcel und Fernand „Renault Frères“ (Gebrüder Renault). Danach ging es Schlag auf Schlag. Zur Jahrhundertwende arbeiteten bereits mehr als 100 Menschen für das Unternehmen, 1913 waren es schon 3.000. Neben Automobilen stellte Renault auch Flugzeuge, Landmaschinen, Lastwagen und Bootsmotoren her.
Der Laden brummte: In den Dreißigerjahren errichtete das Unternehmen ein für damalige Verhältnisse gigantisches Produktionswerk inklusive längstem Fließband außerhalb der Vereinigten Staaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fertigte Renault ein einziges Modell, den Renault 4 CV – ein Kassenschlager. Bis zu seinem Produktionsende im Jahr 1961 wurden davon mehr als 1,15 Millionen Exemplare verkauft. Abgelöst wurde das Erfolgsmodell von einem, das in puncto Verkaufszahlen noch einen draufsetzen sollte: vom Renault 4, den viele nur R4 nennen. Der Kleinwagen war mit über acht Millionen produzierten Exemplaren DER Renault-Bestseller schlechthin. Weitere wegweisende Fahrzeuge: der knuffige Renault 5, der 1972 auf den Markt kam, sowie der Espace. Letzterer gilt als Urvater des europäischen Vans. Und heute? Renault ist auch mit alternativen Antrieben erfolgreich: „Zoe“ ist Deutschlands beliebtestes Elektroauto.
Die Evolution der Logos
Es wurden und werden nicht nur höchst unterschiedliche Fahrzeuge konstruiert. Auch wie sich das Firmenlogo entwickelte, steckt voller Abwechslung. Den sogenannten Rhombus gibt es nun seit genau 95 Jahren. 1925 ziert die eigentümliche Raute das erste Mal einen Renault. Seitdem wurde immer wieder am Markenzeichen herumgebastelt; mal kam es mit Schriftzug daher, mal mit Querlamellen, mal mit Gelbstich, mal minimalistisch.
Vor dem Rhombus hatte Renault wechselnde Motive als Logo. Das erste Signet aus dem Jahr 1900 hebt sich durch seinen romantisch-verspielten Jugendstillook von den geradlinigen Nachkömmlingen ab. Das ovale Medaillon mit den beiden gespiegelten Buchstaben „R“ schmückte aber nie ein Auto, sondern wurde fast ausschließlich im internen Schriftverkehr verwendet. 1906 wurde das Medaillon durch ein Bild des Siegerwagens beim ersten Grand Prix ersetzt und 1919 durch einen von Renault gebauten RT17-Panzer aus dem Ersten Weltkrieg.
Das erste „richtige“ Logo erschien 1923 auf der Bildfläche. Mit dem runden, mit Querlamellen versehenen Schild schlug der französische Autobauer zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits sollte es die Marke symbolisieren, andererseits diente es als Blendgitter für die Hupe. Doch zwei Jahre später war das Logo bereits wieder Geschichte. In den Zwanzigerjahren lag der Kubismus voll im Trend. Klare Linien sowie Ecken und Kanten dominierten das Designgeschehen; dementsprechend musste ein neues Markenzeichen her. 1925 schlug die Geburtsstunde des Rhombus: Das auf der Spitze stehende Parallelogramm feierte auf der Haube des Prestigemodells 40 CV seine Premiere. Ab 1929 kamen Luxusautos, die auf „stella“ endeten – zum Beispiel Monastella, Vivastella oder Reinstella – in den Genuss des überarbeiteten Signets. Ende der 1930er zierte der Rhombus auch alle Vierzylindermodelle.
Kronen, Sterne und viel Rot
In den Jahren danach veränderte sich das Emblem häufiger, es gab Kronen, Sterne und viel Rot. In puncto Wiedererkennungswert ist so eine Vielfalt natürlich alles andere als vorteilhaft. 1959 war mit dem Logo-Wildwuchs endgültig Schluss und es wurde ein einheitliches Markensymbol eingeführt. Der damalige Renault-Chef Pierre Dreyfus legte eine gleichbleibende Grundform fest. Sein Debüt feierte das schnörkellose Firmenzeichen auf dem späteren Kassenschlager Renault 4. Danach blieb es viele Jahre lang unangetastet. 1972 erweckte es der renommierte Künstler Victor Vasarely aus dem Dornröschenschlaf, indem er die oberen und unteren Spitzen kappte und den Firmennamen entfernte. Darüber hinaus gerieten die Lamellen in Schräglage. Dadurch erhielt das Logo eine dreidimensionale Wirkung. Der Renault 5 durfte als erster die Neuinterpretation des Rhombus auf seiner Motorhaube tragen.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
20 Jahre hielt Renault an seinem Künstler-Logo fest. 1992 erhielt der Rhombus seine bis heute aktuelle Form. Die Lamellen verschwanden, was den 3-D-Effekt zusätzlich verstärkt. Das Markenzeichen ist einfach und klar gestaltet und befindet sich zudem stets in der Mitte des Kühlergrills. 2004 kam – zumindest in Sachen Werbung – Farbe ins Spiel. Der Rhombus wurde in ein gelbes Rechteck verfrachtet, daneben befand sich der Renault-Schriftzug. 2007 durfte die Signatur ebenfalls ins Gelbe, in ein Quadrat, einziehen. Zeitgleich mit der Veröffentlichung des neuen Slogans 2015 folgte ein leicht abgewandeltes Emblem. Der gelbe Hintergrund ist abhanden gekommen, der Schriftzug erlangt neue Größe. Fragt sich, für wie lange...