Renault-Rückruf: Sitz-Probleme

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Jens Rehberg

Bei über 1.600 Talisman und Mégane IV sowie 845 Scénic III, Espace V und Talisman muss im Rahmen zweier Rückrufaktionen die Verriegelung der Rücksitzbank beziehungsweise die Gleitschienenbefestigung der Vordersitze kontrolliert werden.

Für bestimmte Talisman-Modelle laufen gerade zwei Rückrufaktionen, die die Sitzbefestigung betreffen.
Für bestimmte Talisman-Modelle laufen gerade zwei Rückrufaktionen, die die Sitzbefestigung betreffen.
(Foto: Renault)

Im Januar und Februar dieses Jahres wurden in den Renault-Werken offenbar 16.313 Einheiten der Modelle Talisman (RFD) und Mégane IV (RFB) mit instabilen Rückenlehnen produziert. Der Hersteller hat aus diesem Grund unter dem Code „0C98“ eine Rückrufaktion gestartet, von der in Deutschland 1.612 Fahrzeuge betroffen sind.

„Der Grund für den Rückruf sind nicht konforme Befestigungsschrauben der Rücksitzbank aufgrund einer Wasserstoffversprödung der Stahldrahtrollen, die für die Fertigung der Schrauben verwendet werden“, erläuterte Martin Zimmermann, Kommunikations-Vorstand bei Renault Deutschland, den Hintergrund der Aktion auf Anfrage. Unter Extrembedingungen wie einem starken Bremsvorgang oder einem Aufprall könnten solche Schrauben die Rückenlehne nicht halten. Vibrationen, Geräusche oder Klopfen der Rücksitzbank beim Fahren seien ein Indiz für den Fehler.

In den Vertragswerkstätten werden nun die Schrauben der Verriegelung der Rücksitzbank überprüft und gegebenenfalls ausgetauscht. „In den Fällen, in denen die Schrauben abgerissen sind oder sich nicht entfernen lassen, wird die Rücksitzbank ausgetauscht“, sagte Zimmermann. Entsprechend unterschiedlich sind die Zeitvorgaben. Für Kontrolle und Austausch der Schrauben sind etwa 35 Minuten angesetzt. Sollte das Rückenlehnengestell erneuert werden müssen, sind die Renault-Partner über sechs Stunden mit dem Auto beschäftigt.

Obwohl er gleich drei Baureihen betrifft, ist ein zweiter Sitz-Rückruf der Franzosen nur halb so groß wie der erstgenannte. Weil bei Nacharbeiten im Werk die hinteren Schrauben der Vordersitzgleitschienen nicht angezogen wurden, müssen laut Zimmermann hierzulande 845 Einheiten des Scénic III, Espace V und Talisman in die Werkstatt. Weltweit sei dieser Arbeitsschritt bei knapp 5.000 Fahrzeugen in der Produktion bis einschließlich 25. Mai dieses Jahres vergessen worden. Dadurch könnten die Vordersitze aufgrund unzureichenden Halts oder eines Bruchs der Gleitschienenbefestigung nach vorne kippen, wenn das Fahrzeug in einen Unfall verwickelt ist oder stark abgebremst wird.

Der Werkstattaufenthalt dauert den Angaben zufolge höchstens 30 Minuten, falls die Schrauben tatsächlich locker sitzen und ausgetauscht werden müssen. Die Maßnahme wird seit dem 19. September im Renault-Partnernetz unter dem Code „0C9E“ geführt. Unfälle aufgrund der beiden Sitz-Probleme sind dem Hersteller bisher keine bekannt.

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