Reparaturen lassen sich finanzieren

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Sinkende Einkommen müssen sich nicht in jedem Fall auf die Werkstattauslastung auswirken. Reparaturkostenfinanzierung heißt ein neues Schlagwort.

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„Im Service wird das Geld verdient“, ist allenthalben zu lesen, und in einschlägigen Branchenveranstaltungen wird dies auch ständig von den Referenten wiederholt. In der Tat erwirtschaftet ein Autohaus heute zwischen 50 und 85 Prozent seines Deckungsbeitrags im Service. Die verkauften Stunden und Ersatzteile spülen das Geld in die von ansonsten schlechten Renditen gebeutelten Unternehmen.

Doch auch der Service gerät in letzter Zeit immer mehr unter Druck: Die Flatrates der Automobilhersteller, die steigende Preistransparenz der Serviceangebote durch das Internet und Dumpingpreise für Serviceleistungen erhöhen den Wettbewerb unter den Marktbeteiligten. Dazu kommt, dass der deutsche Autofahrer immer weniger Geld in der Tasche hat. Die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer sind aktuellen Studien zufolge auf einen historischen Tiefstand gesunken: Gerade noch 16 000 Euro Jahreseinkommen werden im Durchschnitt verdient. Das führt dazu, dass die Autofahrer sparen – und sie tun es leider an ihrem Auto. Dieses lassen sie nicht mehr warten, geschweige denn reparieren. Die Überwachungsorganisationen beklagen, dass der Anteil der mit Mängeln behafteten Fahrzeuge beständig wächst.

Bindung erhöhen

Doch genau an diesem Punkt können die Werkstätten heute gegensteuern. Und zwar durch das Endkundenprodukt „Reparatur- und Zubehörfinanzierung“, beispielsweise der Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK).

„Ohne zusätzlichen Aufwand erhöht der Händler damit nicht nur seine Werkstattauslastung, sondern profiliert sich bei seinen Kunden obendrein als kompetenter Finanzdienstleister und erhöht seine Kundenbindung“, erläutert Dr. Hermann Frohnhaus, Sprecher des Vorstands der BDK, und weist damit auf die wichtigsten Vorteile für das Autohaus hin.

Das Angebot der BDK richtet sich an Kunden, die von einer teuren Reparatur überrascht werden oder sich spontan für ein attraktives Zubehör im Autohaus entscheiden. Innerhalb weniger Minuten erhält der Kunde bereits eine vorläufige Kreditzusage, ohne dass er das Autohaus verlassen muss. Die endgültige Kreditbestätigung erfolgt dann innerhalb weniger Tage nach der Identifizierung per Post-Ident-Verfahren sowie der Übermittlung des Antragsformulars und der letzten beiden Gehaltsnachweise.

Die BDK hat die schnelle Kreditentscheidung sowie eine integrierte Kreditabsicherung bei Todesfall und Arbeitsunfähigkeit mit einer geringen monatlichen Rate kombiniert. Die Finanzierungssumme liegt zwischen 1 500 Euro und 5 000 Euro bei Laufzeiten bis zu 36 Monaten und einem Effektivzins von 10,99 Prozent. Bei 1 500 Euro Kreditsumme und 36 Monaten Laufzeit ergibt sich so eine monatliche Rate von 50,66 Euro – Absicherung inklusive.

Durch die niedrigen Zutrittsschranken wird die Reparatur- und Zubehörfinanzierung zu einem strategischen Instrument für Kfz-Betriebe: Sie können aktiv mit dieser Form der Finanzierung werben und sichern sich so zusätzliche Auslastung.

Aktiv anbieten

Und die Werbung ist auch notwendig: Denn eine von der Kölner Unternehmensberatung BBE und »kfz-betrieb« durchgeführte Werkstattbefragung hat ergeben, dass in Autohäusern lediglich fünf Prozent der Kunden nach einer Reparaturkostenfinanzierung fragen. In Freien Werkstätten sind dies nur vier Prozent. Die Werkstätten müssen in diesem Punkt also aktiv werden. Denn mit einem Finanzierungsangebot können auch weniger betuchte Autofahrer mit älteren Fahrzeugen notwendige Reparaturen durchführen lassen.

„Wenn die vorläufige Zusage positiv ausfällt, erfolgt auch die endgültige Kreditzusage sehr schnell – sofern sich die Belege des Kunden mit den übermittelten Aussagen beim vorab gefaxten Kreditantrag decken. Ein negativer Bescheid kann auch der Werkstatt als Signal dienen und helfen, Zahlungsausfälle zu vermeiden“, beschreibt Frohnhaus einen weiteren Nutzen für das Autohaus.

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