Restwerte und Standtage steigen

Autor Udo Schwickal

Der Datenanbieter Schwacke hat die Restwerte von Gebrauchtwagen innerhalb der letzten 24 Monate untersucht. Einer der Trends: SUVs sind zwar werthaltig, stehen mittlerweile aber auch länger.

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Ein 36 Monate alter Wagen mit einer Laufleistung von 20.000 Kilometern im Jahr hat sich in den letzten 24 Monaten durchschnittlich um 2,3 Prozent verteuert.
Ein 36 Monate alter Wagen mit einer Laufleistung von 20.000 Kilometern im Jahr hat sich in den letzten 24 Monaten durchschnittlich um 2,3 Prozent verteuert.
(Foto: Schwickal/ »kfz-betrieb«)

Die Angebotspreise für Gebrauchtwagen haben in den letzten zwei Jahren eine erstaunliche Wende genommen. So dümpelten die Restwerte für gebrauchte Fahrzeuge in Deutschland monatelang um die 53-Prozent-Marke, bevor im vergangenen April ein deutlicher Preisschub einsetzte. Seitdem gehen die Preise für Gebrauchtwagen in der Standard-Bewertung – drei Jahre, 60.000 Kilometer – steil nach oben. Den stärksten Anstieg innerhalb der letzten beiden Jahre verzeichnete das Restwertniveau im aktuellen Monat. Mit einem Plus von 0,4 Prozentpunkten liegt es jetzt für den Gesamtmarkt bei durchschnittlich 55,7 Prozent des einstigen Listenpreises.

Im Vergleich zum Vormonat wurde lediglich bei einem einzigen Segment, den kleinen SUVs, keine weitere Wertsteigerung erzielt. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau: Mit einem Restwert von 60,1 Prozent liegen die beliebten Kompakt-SUVs beim Werterhalt weiter mit an der Spitze.

Die Restwerte der Gebrauchtwagen haben sich in den letzten zwei Jahren in den einzelnen Segmenten höchst unterschiedlich entwickelt.
Die Restwerte der Gebrauchtwagen haben sich in den letzten zwei Jahren in den einzelnen Segmenten höchst unterschiedlich entwickelt.
(Grafik: Schwacke)

Betrachtet man die Restwertentwicklung der letzten 24 Monate, so hat sich ein 36 Monate alter Wagen mit einer Laufleistung von 20.000 Kilometern im Jahr durchschnittlich um 2,3 Prozent verteuert. Darüber lagen die kleineren Klassen wie Minis (+ 2,9 %), die untere Mittelklasse (+ 2,9 %) und Kleinwagen (+ 3,4 %) sowie die teureren Modelle. Besonders die großen SUV verteuerten sich um 4,4 Prozentpunkte und waren damit Restwertsieger.

Allerdings sind die Zeiten vorbei, in denen Händlern die gebrauchten SUVs buchstäblich aus den Händen gerissen wurden. Stärker als in anderen Segmenten stiegen die Standtage bei den geländegängigen Gebrauchtwagen an. Bei den reinen Geländewagen ging es binnen eines Monats um volle vier Tage nach oben, die SUVs legten jeweils um drei Tage zu. Allerdings lagen alle SUV-Segmente noch unter dem Durchschnitt des Gesamtmarkts von 102 Tagen, der sich damit um einen Tag erhöhte.

Die durchschnittlichen Standtage im Februar 2016 innerhalb der einzelnen Fahrzeugsegmente.
Die durchschnittlichen Standtage im Februar 2016 innerhalb der einzelnen Fahrzeugsegmente.
(Grafik: Schwacke)

Noch stärker stiegen die Standzeiten nur in der Oberklasse: Hier dauert es aktuell mit durchschnittlich 131 Tagen fast eine Woche länger als im Vormonat, bis es zum Vertragsabschluss kommt. Bei diesen starken Zuwächsen fallen die wenigen Beschleuniger wie zum Beispiel Kleinwagen (96 Tage) und Großraumlimousinen (99 Tage) kaum ins Gewicht.

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