Richtig warten und instand setzen Richtig warten und instand setzen
Fast jedes Neufahrzeug verfügt über eine Klimaanlage. Doch jahrelanger Einsatz verlangt nach regelmäßiger Wartung und auch Reparatur. Zahlreiche Firmen bieten Produkte speziell für den Klimabereich an.
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Rund 90 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge besitzen eine Klimaanlage. Wie andere Fahrzeugsystemen auch benötigt der kaum mehr wegzudenkende Komfortverbesserer eine regelmäßige Wartung und Pflege. Die Behauptung zahlreicher Automobilhersteller, ihre Anlagen seien wartungsfrei und funktionieren somit ewig, ist schlichtweg falsch. Werkstätten haben die Möglichkeit ihre Kunden darüber aufzuklären und das vorhandene Wartungspotenzial zum Vorteil beider Seiten zu nutzen.
Auch die in den letzten Jahren stark gestiegene Zahl folgeschwerer Kompressorschäden hat Konsequenzen. In diesem Fall benötigen Betriebe nämlich professionelle Spül- und Reinigungsgeräte. Im Folgenden zeigen wir eine Auswahl sinnvoller Klimawartungs- und Instandsetzungswerkzeuge.
Die Firma Förch (www.foerch.de) liefert ein neuartiges Klimaanlagenspülset. Zum Preis von 499 Euro erhält die Werkstatt einen Koffer mit allem nötigen Zubehör und einem Spülmittelinjektor für Reinigungsflüssigkeiten. Nur das so genannte kombinierte Spülen (Reiniger und Kältemittel) garantiert eine restlose Entfernung aller schädlichen Substanzen. Die mitgelieferte Umschaltbox ermöglicht – im Gegensatz zu anderen Reinigungssystemen –, die Klimaanlage in beiden Richtungen zu spülen, und das ohne die Anlage vorher entleeren zu müssen.
Für einen Aufpreis von 300 Euro erhält die Werkstatt ein zusätzliches „Schauglas“. Damit haben der Werkstattmitarbeiter und der Kunde zum ersten Mal die Möglichkeit, zu sehen, was wirklich in der Klimaanlage enthalten ist (Kältemittel, Öl, Abrieb) – und vor allem, wie es um den Zustand dieser Stoffe bestellt ist. Der gläserne Zylinder lässt sich innerhalb weniger Sekunden in den Kältemittelkreislauf einbinden.
Der häufige Einsatz der Klimaanlage führt im Laufe der Zeit oftmals zu Geruchsbelästigungen, hervorgerufen durch feuchte Verdampfer, in denen sich Bakterien und Pilzbefall breitmachen. In diesem Fall müsste die Werkstatt Desinfektionsmittel direkt in das Gehäuse des Verdampfers einbringen – das ist allerdings sehr zeit- und arbeitsaufwändig. Einfacher geht es mit dem „Airbox Cleaner“ der Firma Berner (www.berner.de).
Das handliche Gerät wird einfach in den Innenraum des zu reinigenden Fahrzeugs und die Klimaanlage auf Umluftbetrieb gestellt. Der Airbox Cleaner vernebelt dabei ein Desinfektionsmittel, das von der Fahrzeuglüftung angesaugt wird. Das Mittel reinigt automatisch alle Teile der Klimaanlage im Fahrzeuginnenraum und beseitigt somit störende Gerüche.
Wann ist die Wartung einer Klimaanlage fällig? Mithilfe des Handheld-Testers DSAC 100 E und einem Diagnosegerät der DS-Familie von Delphi (www. iam.delphi.com/de-de) können Werkstätten eine Antwort darauf geben. Sie können eine komplette Klimaanlagen-Diagnose durchführen, ohne das System entleeren oder z. B. im Falle eines verstopften Kondensators für eine Überprüfung zerlegen zu müssen. Anhand verschiedener, mit dem Gerät gemessener Druck- und Temperaturgrößen sowie der Software des DS-Diagnosetesters kann der Anwender die Anlage genau analysieren. Der Preis für den Tester inklusive dem PDA-Diagnosegerät DS 100E mit einjähriger Softwarelizenz beträgt 1.985 Euro.
Häufig vorhandene Verunreinigungen, Metallabrieb sowie alte Dicht- und Kontrastmittel stellen nicht nur für die Funktion von Klimaanlagen eine Gefahr dar. Auch Klimaservicegeräte können von diesen Stoffen beeinträchtigt oder gar beschädigt werden. Betriebe können mit dem Recycle Guard von Würth (www.wuerth.de) ihr Klimaservicegerät vor diesen Verunreinigungen wirkungsvoll schützen. Das mit einem Filter versehene Werkzeug wird mittels Adapterschlauch einfach zwischen Fahrzeug und Servicegerät zwischengeschaltet und filtert die „Schadstoffe“ aus.
In der Regel prüft der Mechaniker die Wirkung einer Klimaanlage durch „Handauflegen“ auf einen der Luftausströmer im Innenraum.
Doch wie viel kalte Luft kommt wirklich? Ist es mehr als zuvor? Welche Temperatur erreicht die Anlage? Eine wirklich nachvollziehbare Aussage kann die Werkstatt mithilfe des Luftgeschwindigkeitsmessers AVM-03 von Eichstädt-Elektronik (www.eichstaedt-elektronik.de) machen. Das Messgerät zum Preis von 269 Euro, das über ein integriertes Thermometer verfügt, misst die Luftgeschwindigkeit innerhalb von zwei Sekunden, speichert diese und zeigt sie in vier unterschiedlichen Messeinheiten an.
Nach dem Motto „kleine Ursache, große Wirkung“ bietet die Firma BG-Heinzer (www.hheinzer.de) ein besonderes Klimaanlagenöl an. Frigi Quiet ist zwei in einem: hochwertiger Schmierstoff und Kontrastmittel. Das Kältemittelöl auf Polyolester-Basis ist nicht hygroskopisch, d. h. wasseranziehend, und somit den häufig verwendten PAG-Ölen überlegen. Der integrierte fluoreszierende Farbstoff erleichtert eine spätere Lecksuche. Der Verkaufspreis für die 250-Milliliter-Flasche liegt bei 30 Euro.
Für eine frische Prise in einem muffigen Fahrzeuginnenraum sorgt das Reinigungsspray Viro One Shot von Normfest (www.normfest.de). Den Viren-, Bakterien- und Pilzkiller liefert die Firma als Spraydose, die der Anwender zusammen mit einem kleinen Karton, der als „Sprühstation“ dient, im Fahrzeuginnenraum platziert. Die im Umluftbetrieb arbeitende Klimaanlage saugt das ausströmende Spray an und eliminiert so gefährliche und unangenehm riechende Feuchtbiotope. Angeboten wird Viro One Shot zum Preis von rund 20 Euro.
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