Anbieter zum Thema
„Ein virtueller Showroom funktioniert für die Marke Rolls-Royce nicht.“
Redaktion: Die deutschen Open Points im Händlernetz scheinen mit Hamburg und Frankfurt auf der Hand zu liegen. Sehen Sie das auch so?
Peter Schoppmann: Absolut. Unser erster Fokus ist Hamburg. Aber auch hier gilt: Unsere Händler sollen profitabel arbeiten. Und wir haben sehr hohe Anforderungen an unsere Partner. Und um diesen starken Partner zu finden, lassen wir uns lieber mehr Zeit als zu wenig. Wir sprechen in Hamburg mit mehreren Kandidaten. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Lücke dieses Jahr schließen können. Und damit haben wir eine stabile Basis. Zusätzlich sind auch Städte wie Frankfurt und Stuttgart auf dem Radar, aber hier ist vorstellbar, dass ein existierender Händler einen Satellitenstandort aufbaut.
Wäre dafür etwa ein virtuelles Showroomkonzept denkbar, wie es manche Premiumhersteller in Metropolen bereits installiert haben?
Ein virtueller Showroom funktioniert für die Marke Rolls-Royce nicht. Unser Geschäft ist ein People Business. Man muss reden und sich austauschen können. Man muss den Handelsbetrieb zu einem sozialen Treffpunkt machen. Aber natürlich muss die Handelsorganisation mit virtuellen Tools unterstützt werden, und da sind wir gut dabei.
Muss ein Händler unbedingt aus den BMW-Reihen kommen? Und welche Auflagen muss er erfüllen?
Nein. Es geht uns in erster Linie darum, ein eigentümergeführtes Unternehmen zu finden. Der Eigentümer muss mit Herzblut hinter der Marke stehen. Und dann kommen alle weiteren Schritte. Er muss verschiedene Auflagen erfüllen, beispielsweise von jedem Modell einen Vorführwagen vorhalten. Bei der Finanzierung arbeiten wir mit BMW Group Financial Services zusammen.
Wie funktioniert das Gebrauchtwagengeschäft bei der Marke Rolls-Royce? Beteiligt sich das Unternehmen daran?
Das Rolls-Royce-Gebrauchtwagengeschäft Provenance entwickelt sich sehr positiv. Dafür haben wir im September einen eigenen Mitarbeiter in Deutschland eingestellt. Er betreut nicht nur das Thema Gebrauchtwagen, sondern stellt auch die Verbindung zum Aftersales her. Die Abwicklung des Geschäfts obliegt aber den Händlern.
Immer mehr Hersteller entdecken gerade das Geschäft mit den Klassikern der eigenen Marke für sich. Ist das für Sie auch interessant?
Nahezu 80 Prozent aller jemals produzierten Rolls-Royce sind heute noch auf der Straße. Aber die Fahrzeuge, die vor dem 1. Januar 2003 entstanden sind, werden auf der Aftersales-Seite durch den VW-Konzern und somit von Bentley betreut. Bei historischen Automobilen spielen auch die Markenclubs eine wichtige Rolle. Die BMW Group Klassik kümmert sich um alle vier Konzernmarken – BMW, Mini, Rolls-Royce und BMW Motorrad. Und diese Abteilung unterstützt auch uns nachhaltig bei der Verbindung zwischen Neufahrzeug und Historie. Beispielsweise bauen wir gerade selber ein Fahrzeugarchiv auf. Auch stellt derzeit eine Sonderausstellung im BMW-Museum anhand von rund 20 Modellen die 110-jährige Geschichte der Marke Rolls-Royce dar.
(ID:42587482)