Ross Brawn kauft Honda-Racing-Team
Der ehemalige Honda-Teamchef will mit seinem neuen „Brawn GP Formula One Team“ an der diesjährigen FIA-Formel 1-Weltmeisterschaft teilnehmen. Die Motoren liefert Mercedes.
Honda Motor hat das Honda Racing F1 Team (HRF1) an dessen ehemaligen Chef Ross Brawn verkauft. Dies gab das Unternehmen am Freitag in Tokio bekannt. Zur Kaufsumme machte Honda keine Angaben. Als neuer Eigner will Brawn den Angaben zufolge mit seinem „Brawn GP Formula One Team“ bei der diesjährigen FIA-Formel 1-Weltmeisterschaft an den Start gehen.
Seine Premiere feiert der neue Rennstall zum Saisonauftakt am 29. März beim Großen Preis von Australien in Melbourne. Als Piloten bestätigte der 54 Jahre alte Brite seinen Landsmann Jenson Button und den Brasilianer Rubens Barrichello.
Honda-Motorsportchef zeigt sich „glücklich“
Wie es in der Mitteilung weiter heißt, habe Honda nach dem Anfang Dezember 2008 bekannt gegebenen Rückzug aus der Königsklasse des Motorsports viele Gespräche geführt, um sicherzustellen, dass das Rennteam seine Aktivitäten in neuer Form fortführen kann.
Hiroshi Oshima, Leiter für Unternehmenskommunikation und Motorsport bei Honda Motor, zeigte sich „glücklich“ über den Verkauf der Formel-1-Crew an den ehemaligen Honda-Teamchef. „Wir wünschen Ross Brawn und seiner neuen Mannschaft alles Gute und viel Erfolg“, sagte Oshima.
Motoren kommen von Mercedes
Wie unterdessen bekannt wurde, wird Liga-Konkurrent Mercedes das neue Formel-1-Team Brawn GP mit Motoren beliefern und trägt damit zum Erhalt des ehemaligen Honda-Rennstalls bei. Durch die Rettung Hondas in letzter Minute ist zugleich ein Schrumpfen des WM-Starterfeldes auf 18 Wagen verhindert worden.
„Wir halten den Fortbestand des Teams für ausgesprochen wichtig. Das war neben dem wirtschaftlichen Aspekt der Beweggrund für uns, zu diesem späten Zeitpunkt zu kooperieren“, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Freitag. „Die Formel 1 sollte nicht mit 18 Autos an den Start gehen.“ Das Triebwerksgeschäft sei zur „besten Zufriedenheit“ des schwäbischen Autokonzerns geregelt.
Saftige „Abwrackprämie“ für Brawn
Nach Informationen der dpa hat Honda dem neuen Eigentümer Ross Brawn die Übernahme seines Formel-1-Teams mit einer „saftigen Abwrackprämie“ zusätzlich schmackhaft gemacht. Laut dpa haben die Japaner dem bisherigen Teamchef beim „Kauf“ des Rennstalls Zuschüsse in Millionenhöhe gewährt, da diese Unterstützung den unter der weltweiten Finanzkrise stark leidenden Konzern wesentlich billiger als die sonst unumgängliche Abwicklung komme.
„Die vergangenen Monate waren extrem herausfordernd für das Team, aber die heutige Bekanntgabe ist das sehr erfreuliche Ergebnis unserer energischen Bemühungen zur Sicherung seiner Zukunft“, sagte Brawn nach dem am Freitag in Tokio bekanntgegebenen Verkauf.
Kampf ums Überleben
Das in der zurückliegenden Saison trotz eines Etats von schätzungsweise 225 Millionen Euro restlos enttäuschende Honda-Team hatte seit seinem am 5. Dezember 2008 verkündeten Ausstieg ums Überleben gekämpft. Es hatte angeblich zahlreiche Interessenten für eine Übernahme des im englischen Brackley ansässigen Rennstalls gegeben, darunter auch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone.
Brawn, der als einstiger Technischer Direktor bei Benetton und Ferrari wesentlichen Anteil an Michael Schumachers sieben WM-Titeln hatte, machte schließlich das Rennen.
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