PHEV-Markt Die Loyalität der Käufer ist im Keller

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Das Interesse der Autokäufer an Plug-in-Hybriden ist pulverisiert. Die Kunden suchen sich nun andere Antriebsarten und Marken – zum Teil sind die neuen Vorlieben überraschend.

Plug-in-Hbride wie der Ford Transit sind inzwischen wenig gefragt. Die früheren Käufer wandern in etwa zu gleichen Teilen zu E-Modellen oder zu Benzinern ab.(Source :  Ford)
Plug-in-Hbride wie der Ford Transit sind inzwischen wenig gefragt. Die früheren Käufer wandern in etwa zu gleichen Teilen zu E-Modellen oder zu Benzinern ab.
(Source : Ford)

Die eingebrochenen Verkaufszahlen der Plug-in-Hybride (PHEV) stellt den Neuwagenhandel vor ein Loyalitätsproblem. Denn die bisherigen PHEV-Käufer wandern beim Nachfolgekauf in Scharen ab, wie die Marktforschung Dataforce herausgefunden hat. Entschieden sich in den Jahren 2020 und 2021 jeweils noch über 40 Prozent der PHEV-Fahrer erneut für einen Teilzeit-Stromer, sackte der Wert im laufenden Jahr auf gerade mal 15 Prozent ab.

Der Rückgang ist grundsätzlich nicht verwunderlich, sieht man sich die absoluten Verkaufszahlen an. Von Januar bis August wurden nur noch 123.500 Neuwagen mit Plug-in-Hybrid-Antrieb neu zugelassen. Das war ein Marktanteil von 5,8 Prozent. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren noch 215.500 Neuwagen mit diesem Antrieb auf die Straßen gekommen (Marktanteil 11,5 %).

Treiber der Entwicklung ist dabei mit Sicherheit der Wegfall der staatlichen PHEV-Förderung zum Jahreswechsel. Sprich den Kunden fehlt der Kaufanreiz – speziell den Privatkunden. Die PHEV-Neuzulassungen in dieser Kundengruppe gingen um 63 Prozent zurück, während über alle Absatzkanäle hinweg der Rückgang der PHEV-Neuanmeldungen bei 42 Prozent liegt.

Doch welche Antriebsart nutzen die abtrünnigen PHEV-Fahrer? So wie der Antrieb technisch gesehen ein Zwitter ist, reagieren die Käufer ebenfalls zwiespältig. Laut Dataforce wechselt jeweils knapp die Hälfte zurück zum reinen Benziner (44 %) oder zum vollelektrischen Nachfolge-Modell (44 %). Der Rest entscheidet sich für einen Diesel (10 %) oder einen Mild-Hybrid (2 %).

Interessant sind die Modellfavoriten der bisherigen PHEV-Kunden. Die größte Attraktivität unter den Benzinern hat für die PHEV-Fahrer derzeit die Mercedes C-Klasse, zu der rund 7 Prozent der Benziner-Käufer wechselten. Der Fiat Ducato ist das beliebteste Diesel-Nachfolgemodell, das rund 11 Prozent dieser Kunden für sich gewinnt. Bei den BEV-Wechslern steht Tesla ganz oben auf der Beliebtheitsskala: 8 Prozent entscheiden sich für ein Tesla Model Y als Nachfolgemodell – und weitere 7 Prozent für das Tesla Model 3.

Dass vor diesem Hintergrund die Plug-in-Hybride nochmals eine Renaissance erleben, scheint unwahrscheinlich. Ohne staatliche Anreize dürfte die Abwanderung zur Elektromobilität, soweit finanziell machbar, weitergehen. Dazu passt auch, dass laut den Erhebungen von Dataforce die Autobauer bislang für die Zeit ab 2025 keinen Marktstart für PHEV-Fahrzeuge angekündigt haben.

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