Rückrufe für den Renault Twingo

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Andreas Wehner

Drei Aktionen sind für die aktuelle Generation des französischen Kleinstwagens nötig. Probleme bereiten der Gurtmechanismus, das ESP und die Vorderachse.

Der aktuelle Renault Twingo muss wegen verschiedener Probleme in die Werkstatt.
Der aktuelle Renault Twingo muss wegen verschiedener Probleme in die Werkstatt.
(Foto: Renault)

Gleich mehrere Rückrufaktionen führt Renault aktuell für die erst im vergangenen Jahr vorgestellte dritte Generation des Twingo durch. Probleme bereiten der Gurtmechanismus, das ESP und die Vorderachse.

Bei 2.677 in Deutschland gemeldeten Kleinstwagen (weltweit: 11.292) aus dem Bauzeitraum 29. September bis 29. Oktober 2014 könne es zu einem Bruch der Gurtschlossverriegelung kommen, erklärte eine Sprecherin auf Anfrage. Grund sei eine fehlerhafte Wärmebehandlung des Bauteils durch den Zulieferer. In der Vertragswerkstatt wird das Produktionsdatum des Gurtschlosses überprüft und das Teil gegebenenfalls ausgetauscht.

Deutlich größer ist ein Rückruf für alle Twingo III, die bis einschließlich 15. Dezember 2014 produziert wurden. Das ESP-Problem haben theoretisch weltweit 48.229 Einheiten, davon 9.580 in Deutschland. Allerdings liege „die Wahrscheinlichkeit der tatsächlich von dieser Anomalie betroffenen Fahrzeuge schätzungsweise bei 15 Fahrzeugen“, betonte die Sprecherin. Grund für die Aktion ist eine unbeabsichtigte Aktivierung der Stabilitätskontrolle, weil das Einspritzsteuergerät die Sollwerte aus dem ESP-Steuergerät nicht berücksichtigt. Eine Neuprogrammierung des Einspritz-Steuergeräts soll dies künftig verhindern.

Auch eine kürzlich für das Twingo-Schwestermodell Smart vermeldete Rückrufaktion ist für den kleinen Franzosen relevant. Bemängelt wird laut Sprecherin eine „mögliche Rissbildung am Stoßdämpferrohr vorne, im Bereich der Befestigung der Verbindungsstange zum Stabilisator“, hervorgerufen durch unzureichend gesetzte Schweißpunkte beim Zulieferer. Dadurch könnten Bauteile wie Räder, Reifen, Bremsschläuche oder das ABS-Kabel beschädigt werden. In Deutschland geht es um 7.715 Kleinstwagen, weltweit um 39.239. Betroffen sind alle Modelle, die seit Serienbeginn der dritten Twingo-Generation bis einschließlich 24. März 2015 gebaut wurden.

Bei allen Rückrufen sind abgearbeitete Fahrzeuge am blauen Aufkleber am Stoßdämpferdom der Fahrerseite erkennbar, die entweder den Code „A1“ oder „A2“ tragen. Unfälle im Zusammenhang mit den Fehlern seien keine bekannt, sagte die Sprecherin. Die beiden erstgenannten Rückrufe sind laut Daimler für den Smart nicht relevant.

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