Skoda Rückzug aus China

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Die Tschechen verabschieden sich von ihrem einst wichtigsten Absatzmarkt. In wenigen Jahren war der Absatz in China um gut 95 Prozent gefallen. Nun rücken andere Märkte in den Fokus.

Skoda hat global die Absatzkurve wieder gekriegt, die Verkäufe steigen – nur nicht in China. Dort ziehen sich die Tschechen zurück.(Bild:  Ivo Hercik/Skoda)
Skoda hat global die Absatzkurve wieder gekriegt, die Verkäufe steigen – nur nicht in China. Dort ziehen sich die Tschechen zurück.
(Bild: Ivo Hercik/Skoda)

Skoda beendet laut einem Bericht der Nachrichtenagentur „Reuters“ den Neuwagenvertrieb auf dem chinesischen Markt. Mit dieser Entscheidung ziehen die Verantwortlichen des Autobauers wohl die Konsequenz aus dem rasanten Bedeutungsverlust, den die Marke auf dem wichtigsten Automarkt der Welt erlebte, während global die Verkäufe wieder steigen. 2015 wurden knapp 1,05 Millionen Skoda-Neuwagen ausgeliefert – ein Plus von 12,7 Prozent zum Jahr 2024.

In den 2010er Jahren war China der mit Abstand größte Einzelmarkt für Skoda. Laut der Verkaufsbilanz des Jahres 2018 hatten die Tschechen rund 341.000 Neuwagen im größten Automobilmarkt der Welt abgesetzt. Das waren 27 Prozent aller Skoda-Neuwagen in dem Jahr. Deutschland als damals zweitgrößter Absatzmarkt kam auf 197.000 Neuzulassungen. Im Jahr 2025 wurden die Tschechen in China nur noch 15.000 Einheiten los. Das ist gemessen an den Verkaufszahlen von 2018 ein Verlust von 96 Prozent. Wie die Fachzeitschrift  „Automobil Industrie“ unter Berufung auf chinesische Quellen schreibt, seien viele Skoda-Vertriebsstandorte inzwischen nur noch als „Shop-in-Shop“-Konzepte in Autohäuser von SAIC Volkswagen integriert gewesen.

Bereits länger war klar, dass China kein Fokusmarkt für Skoda mehr ist. Angesichts der Vielzahl neu aufkommender heimischer Marken machte aus Sicht des Volkswagenkonzerns die Führung von zwei Volumenmarken mit letztlich gleicher Technik auch wenig Sinn. Wolfsburg hat sich für die Kernmarke entschieden, die es im knallharten chinesischen Wettbewerb zu stärken gilt. Laut „Reuters“ begründen die Tschechen den Rückzug selbst mit „Schwierigkeiten, mit dem rasanten Wandel der Region hin zu Elektrofahrzeugen Schritt zu halten“.

In China tobt ein brutaler Verdrängungswettbewerb. Neben den etablierten westlichen Importmarken und relativ neuen Fabrikaten wie Tesla haben traditionelle heimische Marken technisch mindestens gleichgezogen. Zusätzlich versuchen neue Marken wie Nio und Xiaomi einen Teil vom Neuwagenmarkt zu erobern.

An einer Exitstrategie für dieses Haifischbecken arbeitet Skoda schon länger. Indien gilt für Skoda als Wachstumsmarkt. Dafür hat der Hersteller auch einige spezielle Modelle wie den Kushaq kreiert, die in Indien und einigen weiteren Wachstumsmärkten vertrieben werden. Zudem ist das Fabrikat dabei, den Vertrieb in Vietnam aufzubauen und generell die Präsenz in Südostasien zu stärken. Im November 2025 gab Skoda zudem bekannt, in Saudi-Arabien zu starten.

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