Ruhrdeichgruppe: Händlerverband zweifelt an Kündigungsgrundlage

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Die zeitlichen Abläufe ärgern auch Gerards: Wenn beide Seiten sich mehr Zeit für eine gemeinsame Aufarbeitung des Sachverhaltes genommen hätten, und zwar vor dem Ausspruch der Kündigung, dann hätte auch eine andere Lösung beiderseits gefunden werden können, glaubt der Ruhrdeich-Geschäftsführer. Als der Fall ins Rollen kam, sei er nicht in Deutschland sondern im Urlaub gewesen und somit zunächst nicht voll handlungsfähig – was dem Importeur auch bekannt gewesen sei.

Gute Argumente der Ruhrdeichgruppe

In der Neubewertung der Faktenlage während der außergerichtlichen Verhandlungen in den vergangenen Wochen sieht Gerards einen wichtigen Grund für die Umwandlung der fristlosen Kündigung in eine Kündigung mit Auslauffrist zum 30. September, denn letztlich wurde die Autohaus am Ruhrdeich GmbH bereits sechs Tage nach der Kündigung wieder an die Systeme angeschlossen. Seitdem hat der Betrieb wieder Zugang zu allen Systemen und Produkten des Importeurs.

„Unsere Argumente scheinen NCE nicht völlig kalt gelassen zu haben, trotz der beidseitig unterschiedlichen Rechtsauffassung “, so Gerards. In diesem Punkt habe der Importeur konstruktiv agiert, sonst wäre ein öffentliches Eilverfahren vor Gericht wohl unausweichlich gewesen. Dass die außergerichtlichen Verhandlungen dennoch bis zum Dienstag angedauert hätten, sei der Vielzahl von Fragen zuzuschreiben, die zu klären gewesen seien. „Der Grund war aber sicherlich nicht, dass NCE sich Sorgen um die vielen Nissan-Kunden oder um die Mitarbeiter der Autohaus Am Ruhrdeich GmbH gemacht hat“, sagte Gerards. Details nannte er mit Verweis auf eine entsprechende Absprache mit NCE nicht.

Handelsunternehmen mit Zukunft

Zuletzt hat die Autohaus am Ruhrdeich GmbH 1.900 Neuwagen von Nissan verkauft. Er könne sich gut vorstellen, auch über den 30. September 2014 hinaus erfolgreich mit der Marke Nissan in Deutschland zusammenzuarbeiten, so Gerards. Andererseits habe sein Unternehmen sicher auch das Potenzial, mit einer anderen Marke erfolgreich zu sein. Über die Perspektiven und die künftige strategische Ausrichtung des Autohauses am Ruhrdeich würden aber zunächst die Mitarbeiter informiert.

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