Schadenmanagement Ruinöser Wettbewerb durch Schadenmanagement
Kfz-Versicherer suchen hier Heil vermehrt in der Kostenreduzierung durch Schadenmanagement.
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Eigentlich mag man den Begriff „Schadenmanagement“ in der Unfallschaden-Instandsetzungsbranche nicht mehr hören. Schließlich lässt sich nach fast jeder Veranstaltung zu diesem Thema das gleiche Fazit ziehen: Die Versicherer sind die Bösen, die Instandsetzungsbetriebe leiden unter einem hohen Kostendruck und Änderungen sind nicht zu erwarten. Im November 2007 zeigte sich auf dem Kongress „Aktives Schadenmanagement“ in Köln wieder einmal, dass die Kfz-Versicherer ihr Heil über Kostenreduzierungen durch ein hoch effizientes Schadenmanagement erreichen wollen bzw. müssen.
Für die Versicherer sei das aktive Schadenmanagement sicher der richtige Weg, bekräftigte Dr. Jochen Tenbieg, Gesellschafter und Geschäftsführer der Control Expert GmbH. Er behauptete, dass die Versicherungsnehmer davon profitieren würden, dass die Versicherungen in der telefonischen Erstberatung rechtliche Auskünfte geben. Wenn die Versicherung dazu noch mit einer „Partnerwerkstatt“ zusammen arbeitet, ließen sich die Kostenvorteile deutlich beziffern: „Steuert eine Versicherung zirka sechs bis acht Prozent (2/3 Kasko- und 1/3 Haftpflichtschäden) in ihre Partnerwerkstätten, kann sie die Reparatur- und Nebenkosten um rund 15-20 Prozent reduzieren.“
ZKF zeigt Realität
Friedrich Nagel, Inhaber eines freien Karosserie-Instandsetzungsbetriebs und Präsident des Zentralverbandes Karosserie- und Fahrzeugtechnik, verdeutlichte, wie die Situation aus seiner Sicht tatsächlich aussieht: Was bei den Versicherern „Kostenreduzierung“ heißt, bedeutet für viele Betriebe „ruinöser Wettbewerb“ lautet Nagels Kurzformel bezüglich der Schadensteuerung. „Wer heute Partnerwerkstatt von bestimmten Versicherungen werden will, muss sich insbesondere in Ballungsgebieten mit Stundenverrechnungssätzen unter 60 Euro zufrieden geben. Wer trotzdem die ,Partnerschaft‘ eingeht, muss eine ‚Mischkalkulation‘ vornehmen“, führte der ZKF-Präsident aus. Das führe dazu, dass Versicherer, die „drängen“, weniger bezahlen als andere Versicherer.
Hersteller steuern auch
Tobias Matejek, Leiter Unfallschaden-Management Volkswagen Service Deutschland, stellte fest, dass die so genannten kostenlosen Dienstleistungen der Werkstätten sehr wohl Kosten verursachen. Da die Betriebe diese allein tragen, müssten sie folgerichtig die Stundenverrechnungssätze erhöhen. Die Forderung nach einer Reduzierung der Stundensätze ginge somit betriebswirtschaftlich nicht auf.
Bertram Schilli, Leiter Karosseriereparaturen & Umweltmarketing, Ford Service Organisation, berichtete, dass Unfallschäden über die Ford Auto Versicherung (FAV), eine Kooperation mit der Garanta Versicherungs AG, in die Ford-Werkstätten gesteuert werden. ?
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