Runflat-Reifen: Abstieg oder Neubeginn?

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Die Industrie arbeitet an einer neuen Runflat-Norm, die sich mehr an den tatsächlichen Bedürfnissen der Autofahrer orientiert. Dabei kommt es zu überraschenden Allianzen.

Typischer Fall: Dieser Reifen trägt das herstellereigene Kürzel Run On Flat (1) sowie die Mercedes-Markierung MO Extended (2), aber kein RF (3).
Typischer Fall: Dieser Reifen trägt das herstellereigene Kürzel Run On Flat (1) sowie die Mercedes-Markierung MO Extended (2), aber kein RF (3).
(Foto: GDTG)

Pannensichere Reifen mit verstärkter Seitenwand sind unter vielen Namen im Handel: Runflat, Run on Flat, Self Supporting Tire, Zero Pressure und so weiter. Dazu kommen noch herstellerspezifische Bezeichnungen wie RSC bei BMW oder MO Extended bei Mercedes-Benz. Doch ein eindeutiges Erkennungszeichen ist auf den Flanken dieser Reifentypen selten, obwohl die einschlägige Reifennorm ISO 16992 es erlaubt: Das Kürzel RF, das in der Dimensionsbezeichnung die Runflat-Bauart kennzeichnet. Beispiel: 225/45 RF 17.

Reifen mit dieser Kennzeichnung sind auf dem Markt kaum zu finden. „Das liegt an den Autoherstellern“, erklärt Hans-Rudolf Hein, Reifenexperte bei Bridgestone und zuvor bei BMW einer der „Väter“ des Runflatreifens. „Keiner will ausschließlich auf Runflats setzen, aber es möchte auch niemand die Kosten für eine doppelte Reifenfreigabe tragen.“ Eine Gelegenheit, das ungeliebte Kürzel loszuwerden, bietet der die gerade laufende Überarbeitung der ISO 16992.