Saab-Gläubiger drohen mit Vollstreckung

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Zudem fehle es im Tagesgeschäft an elementaren Dingen: Es gebe zurzeit zum Beispiel keine aktuellen Preislisten – weder in Papierform noch digital. „Wir behelfen uns mit Konfiguratoren oder ergänzen die Preise zum Teil auch handschriftlich“, so Jaenicke. Vor diesem Hintergrund scheue sich Saab aber nicht, mit den Händlern über neue Verträge und Standards diskutieren zu wollen. „Wir möchten aber eigentlich erst mal wissen, wie lange es Saab überhaupt noch gibt“, betont der Händler.

Derzeit laufen die Bänder in Schweden nicht. „Am 9. Juni hat Saab die Produktion eingestellt, weil der Materialfluss nicht reibungslos war“, sagt derweil Jan-Philipp Schuhmacher. Man tue alles Erdenkliche, um die Produktion schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Allerdings stünden die Bänder bis mindestens Freitag still. Zuvor bereits hatte der Autobauer seine Produktion für sieben Wochen stoppen müssen. Nun will Saab den wegen ausgebliebener Lieferungen ausgelösten Produktionsrückstand durch Halbierung der Sommerferien aufholen.

Große Unsicherheit trotz neuer Partner

Anfang der Woche hat der niederländische Eigner Spyker Cars einen neuen Partner präsentiert. Demnach will der chinesische Autohersteller Zhejiang Youngman Lotus Automobile bei der bereits vereinbarten Partnerschaft der Schweden mit dem Autogroßhändler Pang Da aus Peking einsteigen. Mit der Bereitstellung von insgesamt 245 Millionen Euro wollen die neuen chinesischen Partner laut Absichtserklärung der schwedischen Traditionsmarke wieder auf den richtigen Weg helfen.

Die Gegenwart für die seit über einem Jahr um ihre Jobs bangenden 3.700 Beschäftigten sieht weit trister aus als die schöne Zukunft „Made in China“: Ganze 10.888 Autos konnten sie im ersten Quartal fertigen. Im zweiten aufgrund des Produktionsstopp sogar nur einen Bruchteil davon. Wenn die Bänder wieder anlaufen sollten, wartet ein Auftragsbestand von 10.000 Wagen auf die 1.400 Beschäftigten in der Produktion.

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