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Jaenicke rechnet damit, dass in Kürze in Deutschland eine Vertriebsgesellschaft für die Ersatzteileversorgung gegründet wird, wahrscheinlich am Standort der ehemaligen Saab-Niederlassung in Frankfurt und mit dem dort verbliebenen Team. In Großbritannien sei ein solches Unternehmen bereits gegründet worden.
Für den Händlerverband geht es jetzt laut Jaenicke vorrangig darum, die Auswirkungen der Insolvenz für die Kunden so gering wie möglich zu halten, die Ersatzteileversorgung aufrecht zu erhalten sowie die Händler vor künftigen Ansprüchen von Seiten eines möglichen Hersteller-Nachfolgeunternehmens zu bewahren. Denn, so meint Frank Jaenicke, das sei „keine Insolvenz, wie man sich es ein bisschen wünschen würde“ – nämlich mit einem klaren Schlussstrich.
„Der Patient ist tot, blutet aber noch“
Unterdessen haben die Insolvenzverwalter des schwedischen Herstellers eingeräumt, dass bis jetzt noch kein formales Kaufgebot für Saab beziehungsweise das Werk oder Teile des Werks vorläge. Das könnte daran liegen, dass noch niemand sagen kann, wofür genau geboten wird. Nach einem Bericht des schwedischen Online-Dienstes „The Local“ sagte Insolvenzverwalter Hans Bergqvist am vergangenen Wochenende im Rahmen einer Pressekonferenz, dass dies eine „enorme Aufgabe“ darstelle und erst im März mit einer kompletten Inventarliste zu rechnen sei. Man versuche, das Unternehmen möglichst als Ganzes zu verkaufen. Eine Komplett-Übernahme gilt bei Finanzexperten jedoch als unwahrscheinlich.
Zur Einschätzung der Gesamtsituation sagte Hans Bergqvist dem Bericht zufolge: „Die brutale Wahrheit ist, dass der Patient tot ist, er hat aber noch nicht aufgehört zu bluten.“
Medienberichten zufolge haben die türkische Beteiligungsgesellschaft Brightwell Holdings sowie der indische Transporter-Hersteller Mahindra & Mahindra Limited Interesse an einer Übernahme. Diesen beiden Unternehmen wird zumindest noch eine kleine Chance für einen umfassenden Abschluss eingeräumt, da GM seine Blockade eines Verkaufs inklusive noch laufender Produktlizenzen vielleicht bei nichtchinesischen Bietern fallen lässt.
Saab hatte nach dem Produktionsstop im April 2011 zur Jahresmitte die Fertigung noch einmal für kurze Zeit aufgenommen, seitdem aber keine Autos mehr gebaut. Am 19. Dezember stellte der Hersteller schließlich einen Insolvenzantrag.
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