Sachsenring ist gerettet
Der insolvente Automobilzulieferer HQM Sachsenring ist erfolgreich saniert. Die wichtigsten Geschäftsbereiche des früheren Trabbi-Produzenten haben neue Eigentümer gefunden.
Der insolvente Automobilzulieferer HQM Sachsenring hat eine neue Zukunft. Laut einer Mitteilung des Insolvenzverwalters Joachim Exner von der Nürnberger Kanzlei Dr. Beck & Partner haben sich für die drei wichtigsten Sparten des früheren Trabant-Herstellers im sächsischen Zwickau neue Investoren gefunden.
Den Angaben zufolge hat der Erstausrüster Tube Technology Systems (TTS) mit Sitz im brandenburgischen Massen die beiden Unternehmensbereiche Achsmontage und Integrale Gelenke mit Wirkung zum 30. Juli 2014 übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Beide Bereiche zusammen erwirtschafteten zuletzt einen Jahresumsatz von gut 93 Millionen, was laut Exner etwa 90 Prozent des Geschäftsvolumens von HQM Sachsenring ausmache.
TTS fertigt unter anderem Bremsleitungen für den VW-Konzern. Mit der Übernahme der beiden Geschäftsbereiche von HQM Sachsenring wolle das Unternehmen sein Portfolio erweitern und zugleich seinen internationalen Wachstumskurs weiter fortsetzen, heißt es. Der brandenburgische Erstausrüster unterhält auch Produktionsstätten in Portugal, den USA und China.
Großteil der Arbeitsplätze gesichert
Die Sparte Karosseriebau gehört laut Exner seit dem 15. August dem Coburger Unternehmer Stefan Zubcic. Der 45-jährige Diplom-Kaufmann arbeitete lange Jahre als Manager für Daimler sowie die Autozulieferer Brose und Härter. Nach Informationen des „MDR“ will Zubcic die 26 Arbeitsplätze dieses Geschäftsbereichs in die neu gegründete Sachsenring Karosseriemodule GmbH überführen. So bleibe der traditionsreiche Markenname erhalten. Der neue geschäftsführende Gesellschafter plane auch, die bisherige Produktion in vollem Umfang weiterzuführen.
Nach Angaben von Exner ist durch die Übernahme der drei Geschäftsbereiche Achsmontage, Integrale Gelenke und Karosseriebau ein Großteil der bislang rund 160 Arbeitsplätze von HQM Sachsenring gesichert. Insgesamt blieben 107 Arbeitsplätze am Standort Zwickau erhalten. Geschlossen werden musste indes der Geschäftsbereich Mechanische Fertigung. Dessen 50 Mitarbeiter wechseln in eine eigens eingerichtete Transfergesellschaft.
HQM Sachsenring hatte im Mai 2013 Insolvenz angemeldet und wurde seither von Insolvenzverwalter Joachim Exner fortgeführt. Nach der Stabilisierung des Geschäftsbetriebs hatte Exner einen Investorenprozess eingeleitet und parallel dazu das Unternehmen mit gezielten Sanierungsmaßnahmen auf den Verkauf vorbereitet. HQM Sachsenring geht zurück auf die von August Horch gegründeten Automobilwerke mit den Marken Horch und Audi. Zu DDR-Zeiten fertigte der volkseigene Betrieb (VEB) das Kultauto Trabant.
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