Santander: Aus in Frankreich

Redakteur: Silvia Lulei

Santander Financements ist erst seit Ende 2007 auf dem französischen Markt. Überraschend erklärte die spanische Großbank, sie werde sich demnächst aus Frankreich zurückziehen.

Santander Financements wird demnächst in Frankreich schließen, meldet die französische Fachzeitschrift „Auto Infos“. Die Tochter der spanischen Santander Bank hat erst Ende 2007 mit einem Kapital von 20 Millionen Euro ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen, nachdem sie 70 Prozent der Accord-Bank übernommen hat. Der auf sechs Jahre festgelegte Businessplan endete nun abrupt nach kaum einem Jahr.

Santander Financements sollte ausschließlich im Kfz-Handel aktiv sein. Die Bank rühmte sich, hervorragend ausgebildete und erfahrene Mitarbeiter zu haben. Diese hätten aus der Presse davon erfahren, dass sich ihr Arbeitgeber aus Frankreich zurückzieht.

„Auto Infos“ wirft in diesem Zusammenhang zwei Fragen auf: Was passiert mit den bestehenden Kunden von Santander Financements? Und: Was wird aus der Accord-Bank?

Santander begründet den Rückzug aus Frankreich damit, dass die Bank ihre Liquidität bewahren möchte, um sich Optionen auf anderen Märkten offenzuhalten. Erst am 15. Oktober meldete das „Handelsblatt“, dass Santander die Finanzkrise zu nutzen wusste: In den Vereinigten Staaten kaufte die spanische Großbank den Rest des angeschlagenen US-Finanzkonzern Sovereign Bancorp.

Ende September waren die Spanier in Großbritannien auf Einkaufstour: Santander übernahm die Filialen der Hypothekenbank Bradford & Bingley und den Hypothekenfinnanzierer und Northern-Rock-Konkurrenten Alliance & Leicester. Darüber hinaus hat sich die Bank das Lateinamerika-Geschäft von ABN Amro geschnappt.

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