Schlapp: Digitale Serviceannahme bald Standard
Der Vorstand des DMS-Anbieters Procar erläutert, wo die Reise bei der App-basierten Dialogannahme hingeht und welche Stolpersteine die Softwarehersteller bei der Entwicklung aus dem Weg räumen müssen.

Redaktion: Procar bietet seit mittlerweile zwei Jahren eine App für die mobile Dialogannahme an. Wie verbreitet ist sie mittlerweile bei Ihren Kunden?
Karl-Heinz Schlapp: Aktuell nutzen sie knapp 20 Prozent unserer Kunden. Wir gehen aber davon aus, dass bis Ende dieses Jahres jeder Zweite unsere App nutzen wird. Für die Marken Skoda und Seat haben wir in unserer neuen Version nämlich eine Schnittstelle integriert, über die man in der Dialogannahme jetzt auch fahrzeugabhängige Pakete dazubuchen kann. Das heißt, dass der Serviceberater dem Kunden während der mobilen Dialogannahme am Fahrzeug gleich Auskunft über die Verfügbarkeit und die Preise der Pakete geben kann. Am Ende der Serviceannahme hat man einen klassischen Warenkorb, den man ausdrucken oder dem Kunden per E-Mail schicken kann. Wir entwickeln unsere App damit weiter von einer digitalen Dialogannahme-Checkliste zu einer echten mobilen Serviceannahme.
Kann ich die App von Procar auch nutzen, wenn ich kein Seat- oder Skoda-Händler bin?
Ja, unsere App ist prinzipiell markenunabhängig. Sie bietet jedem Betrieb den Nutzen, dass er den Dialogannahmeprozess damit gut strukturieren kann. Aber der Entwicklungsstand der App orientiert sich stark an den Möglichkeiten, die uns die Hersteller und Importeure zur Verfügung stellen. Wir werden beispielsweise in Kürze neben Skoda und Seat auch für BMW und Ford eine Paketschnittstelle anbieten können. Bei anderen Marken kommen wir leider noch nicht an die Daten, die für die Integration der Paketsysteme nötig wären. Wünschenswert wäre es natürlich, dass die Hersteller und Importeure hier offener wären. Einige Fabrikate sehen die Dialogannahme-App als Stand-alone-Lösung, die über Schnittstellen an das jeweilige DMS angebunden wird. Ich habe große Zweifel, ob über eine Schnittstelle die notwendige Integration geschaffen werden kann.
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