Schmierstoffe: Darum werden sie nicht günstiger

Redakteur: Steffen Dominsky

Die Preisentwicklung für Rohöl kennt seit Monaten nur eine Richtung: nach unten. Gleiches gilt für Heizöl und Kraftstoffe. Anders bei Motorölen: „Es wird billiger“ trifft hier gar nicht zu – doch weshalb?

Vor allem dank jeder Menge Additive leisten moderne Motoröle immer mehr. Doch die Chemie hat ihren Preis. Den müssen Autofahrer bezahlen.
Vor allem dank jeder Menge Additive leisten moderne Motoröle immer mehr. Doch die Chemie hat ihren Preis. Den müssen Autofahrer bezahlen.
(Foto: A.T.U)

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte“, sagt der Volksmund – stimmt! Denn das, was jeder seit Monaten an den Tankstellen unserer Republik beobachten kann, gibt Grund zur Freude: Die Preise für Benzin und Diesel sind niedrig wie nie. Analog ist die Situation beim Heizöl: Auch hier sparen wir alle zusammen Millionen und Milliarden. Auslöser für diese ölbasierte gute Laune sind die USA. 40 Jahre lang hatten die Amis als Reaktion auf die Ölkrise anno 1973 kein Erdöl mehr exportiert. Eine Einstellung, die das Land vor etwa zwei Jahren plötzlich änderte.

Unterstützt durch die Technologie des „Frackings“ pumpen die dortigen Ölkonzerne seitdem jede Menge billiges Rohöl in den Weltmarkt. Doch der neue Mitbewerber missfällt der etablierten Konkurrenz. Ergo erhöhten die Araber, allen voran Saudi-Arabien, ihre Förderquoten. Der damit ausgelöste Preisverfall soll das Fracking unattraktiv machen, die amerikanischen Multis aus dem Wettbewerb drängen und die Preise langfristig wieder in gewohntes Fahrwasser bringen, so deren Plan. Dass diese Maßnahme allerdings für viele Länder und für die Entwicklung alternativer Energieträger massive Nachteile hat, scheint den Verantwortlichen egal zu sein.