Schneller zu mehr Ertrag

Autor / Redakteur: Silvia Lulei / Silvia Lulei

Dekra entwickelte die webbasierte Software CarOperator für den Gebrauchtwagenhandel, die wahre Wunder vollbringen soll: Die Autos können schneller und günstiger verkaufsfertig gemacht werden.

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Ende Juni stellte die Dekra nach einer 18monatigen Entwicklungs- und Pilotphase ihr neues Produkt CarOperator der Öffentlichkeit vor. Die webbasierte Software für den Gebrauchtwagenhandel verspricht wahre Wunder: Sie soll die Durchlaufzeiten der Fahrzeuge um mindestens zehn Tage verkürzen, die Hereinnahmekosten um durchschnittlich 450 Euro senken und die Preisfindung eines gebrauchten Fahrzeugs erleichtern.

Bei der Vorstellung des CarOperators im Mercedes-Benz-Vertriebszentrum Neils & Kraft in Gießen erklärte Dipl.-Ing. Clemens Klinke, Vorsitzender der Geschäftsführung der Dekra Automobil GmbH: „Er hilft jedem einzelnen Mitarbeiter des Gebrauchtwagenteams, die Prozesse im Gebrauchtwagengeschäft zu optimieren. Das heißt konkret: Es werden die Durchlaufzeiten verkürzt, die Prozesskosten minimiert und nicht zuletzt kostenintensive Versäumnisse bei der Hereinnahme vermieden. Unter dem Strich führt das zu einem deutlich höheren Ertrag im Gebrauchtwagensegment.“

Jederzeit Zugriff auf virtuelle Fahrzeugakte

Zentrale Schaltstelle des CarOperators ist die virtuelle Fahrzeugakte für jedes Gebrauchtfahrzeug. Damit kann jeder Mitarbeiter zu jedem Zeitpunkt von jedem beliebigen PC mit Internet- oder Intranetverbindung auf die elektronische Akte zugreifen und sie bearbeiten. Das spart unnötiges Suchen nach der Akte und beschleunigt die Bearbeitung. Zudem ist die Akte zu jedem Zeitpunkt höchst aktuell.

Zudem steuert der CarOperator die Abläufe so, dass der zweite Schritt immer erst dann erfolgen kann, wenn der erste erledigt ist. Zum Beispiel: So lange das Ergebnis des Hereinnahme-Checks noch nicht vorliegt, kann nur ein vorläufiger Ankaufvertrag ausgedruckt werden. Damit wird sichergestellt, dass eventuelle Mängel am hereinkommenden Fahrzeug oder fehlendes Zubehör in die Kalkulation eingehen. Studien zufolge belaufen sich solche Schäden im Schnitt auf 450 bis 500 Euro pro Auto.

Jeder Arbeitsschritt ist dokumentiert

Die Software dokumentiert die einzelnen Arbeitsschritte, zeigt auf, welcher Mitarbeiter wann mit dem Auto zu tun hatte und welche Änderungen es gab. So kann etwa der Verkaufsleiter auf einen Blick erkennen, welche Aufgaben erledigt, noch offen oder überfällig sind. Die nächste Aufgabe kann sofort vergeben und an die Mailbox des Mitarbeiters weitergeleitet werden, ohne ihn anzurufen.

Mit der integrierten Kalenderfunktion können Termine für Hereinnahmen, Leasingrücknahmen und Auslieferungen koordiniert werden. Das Werkstattmodul gibt einen Überblick, welche Autos noch in der Warteschleife für die Aufbereitung stehen (Standzeit 1) und erleichtert so eine exakte Planung der Werkstattauslastung.

Kürzere Aufbereitungszeit spart Geld

Allein wenn man es schafft, die Standzeit 1 (Hereinnahme bis Aufnahme in die Verkaufspräsentation) um mindestens zehn Tage zu verkürzen, spart man rund 150 Euro pro Fahrzeug. Laut Dekra liegt die Standzeit 1 bei vielen Betrieben zwischen 20 und 30 Tagen. Anzustreben sei jedoch ein Wert von höchstens fünf Tagen.

Anhand eines Kalkulationsschemas kann der Gebrauchtwagen-Verantwortliche auf Basis der DAT- oder Schwacke-Eckwerte mehrere Alternativen durchspielen sowie Ein- und Verkaufspreise gegenkalkulieren. Für Autohausgruppen mit Filialstruktur eignet sich der CarOperator darüber hinaus als Controlling-Instrument, das anhand von Kennzahlen wie Standzeiten, Bestand oder Hereinnahmepreise eine Schwachstellenanalyse ermöglicht.

Allein im Mai 2007 wurden rund 5 000 virtuelle Fahrzeugakten neu angelegt. Das sind etwa dreimal so viele wie beim Systemstart des CarOperators im Oktober 2006. Siegmar Fröhlich, Leiter des Dekra Gebrauchtwagen-Managements, führt die Akzeptanz des CarOperators in erster Linie darauf zurück, dass er im Dialog mit der Praxis entstanden ist: „Wir sind auf die Anforderungen, Wünsche und Ideen der Praktiker in den Gebrauchtwagen-Abteilungen der Autohäuser eingegangen.“

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