Praxis-Tipp: VW-Nockenwellensensor Schrott ab Werk

Von Steffen Dominsky

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Sie verbauen einen neuen Sensor, und der Fehler ist nach wie vor nicht behoben? Das kann mehrere Ursachen haben. Beispielsweise auch die, dass der neue Markensensor fehlerhaft gefertigt wurde.

Neu und dennoch defekt: Dieser Nockenwellensensor funktionierte nicht, obwohl er frisch aus der Schachtel kam.(Bild:  Dominsky – »kfz-betrieb«)
Neu und dennoch defekt: Dieser Nockenwellensensor funktionierte nicht, obwohl er frisch aus der Schachtel kam.
(Bild: Dominsky – »kfz-betrieb«)

Nicht nur Endverbraucher suchen bei Wild Motoren regelmäßig motortechnischen Rat. Auch Kfz-Betriebe, die mit ihrem Latein am Ende sind, kontaktieren gerne mal den Diagnose- und Motorspezialisten im unterfränkischen Unterpleichfeld. So auch unlängst eine Werkstatt, die ein Problem mit einem VW Golf 1,4 TSI hatte. Der Wolfsburger hatte im Fehlerspeicher den Eintrag „4096 – Bank 1; Nockenwellenpos. (G40)/Kurbelwellenpos.sensor (G28) P0016 00 [237] – falsche Zuordnung“ hinterlegt. Der Eintrag deutete bei diesem Motortyp auf eine bekannte Kettenlängung hin – es hätte natürlich aber auch einer oder beide Sensoren defekt sein können. Nachdem die Werkstatt die beiden Sensoren erneuert hatte und der Fehler nach wie vor bestand, war eigentlich klar: Es musste die Kette sein.

Also erhielt Wild Motoren den Auftrag, diese zu erneuern. Doch nach getaner Arbeit legte das Motorsteuergerät besagten Fehler erneut im Speicher ab. „Trotz wiederholter Prüfung der Steuerzeiten konnten wir keinen Fehler feststellen. Daraufhin überprüften wir die Signale des Kurbel- und Nockenwellensensors mit dem Oszilloskop“, berichtet Diagnoseprofi Burkard Wild. Im Signalaufbau beider Signale konnte er keinen Fehler feststellen. Die Steuerzeiten, also die beanstandete Synchronisation, konnte er anhand der Aufnahme nicht überprüfen. Denn bei diesem System handelte es sich um eine Generation von Kurbelwellensignal, von der er noch keine Sollwertaufnahme besaß. Da die Steuerzeiten jedoch in Ordnung waren und auch der Signalaufbau und -verlauf keine Mängel aufwiesen, verbaute er kurzerhand einen weiteren neuen Nockenwellensensor eines bekannten Zulieferers. Und siehe da: kein neuer Fehlerspeichereintrag mehr! Nun hatte Wild also eine Sollwertaufnahme, die er mit der des ebenfalls neuen Nockenwellensensors vergleichen konnte, die die Werkstatt zuvor verbaut hatte.