Diagnose Schrott ab Werk: selbst „simple“ Mechanikteile fehlerhaft

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

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Es passiert immer öfter: Produkte von Unternehmen, deren Namen einst für Qualität bei Ersatzteilen standen, entlarvt Burkard Wild mittels Speicheroszilloskopdiagnose als „defekt aus der Schachtel“ – dieses Mal eine Nockenwelle.

Dass man ein Ersatzteil aus dem freien Teilehandel auch ohne Stecker in die Kategorie „Schrott ab Werk“ einordnen kann, dafür steht diese Nockenwelle.(Bild:  Burkard Wild)
Dass man ein Ersatzteil aus dem freien Teilehandel auch ohne Stecker in die Kategorie „Schrott ab Werk“ einordnen kann, dafür steht diese Nockenwelle.
(Bild: Burkard Wild)

Das Fahrzeug hatte bereits mehrere erfolglose Reparaturversuche hinter sich, bevor es schließlich bei uns landete“, blickt Motorenfachmann und Diagnoseexperte Burkard Wild von Wild Motoren im unterfränkischen Unterpleichfeld zurück. „Es“ ist ein Opel Mokka 1.4 Turbo, bei dem ein Schlepphebel herausgefallen war, worauf eine Werkstatt den Zylinderkopf demontiert und komplett überholt hatte. Der Betrieb vermutete, dass ein defekter Hydrostößel ursächlich für den Schaden war, und ersetzte daher sämtliche Stößel. Außerdem verbaute er eine neue Einlassnockenwelle, da die alte durch den losgelösten Schlepphebel beschädigt worden war.

Nach Abschluss der Reparatur lief der Motor (ein Vierzylinder) jedoch nur noch auf drei Zylindern. Eine durchgeführte Kompressionsprüfung förderte bei Zylinder 3 einen Druck von 0 bar zutage. Eine anschließende Druckverlustprüfung ergab allerdings keine Auffälligkeiten. Daraus schloss die Werkstatt, dass der Kolben des besagten Zylinders ein Problem hatte. Also baute sie die Kolben aus, prüfte sie und montierte sie mitsamt neuer Kolbenringe wieder. Das Ganze mit dem Erfolg, dass sich an dem Problem nicht das Geringste geändert hatte. Ergo fiel der Verdacht nun auf klemmende Ventile in dem überholten Zylinderkopf, worauf der Opel bei Wild Motoren landete.