Schweizer kaufen Daimler-Niederlassung in Luxemburg

Autor Dr. Dominik Faust

Im November vergangenen Jahres wurde bekannt, dass sich Daimler auch von ausländischen Niederlassungen trennt. Am Donnerstag hat die Schweizer Merbag die älteste noch existierende Auslandsvertretung übernommen.

Die Mercedes-Benz-Niederlassungen in Luxemburg (im Bild der Standort Hollerich) ist heute an die Merbag, den größten Schweizer Mercedes-Benz-Händler, verkauft worden.
Die Mercedes-Benz-Niederlassungen in Luxemburg (im Bild der Standort Hollerich) ist heute an die Merbag, den größten Schweizer Mercedes-Benz-Händler, verkauft worden.
(Bild: „Luxemburger Wort“/Guy Jallay)

Rund ein halbes Jahr nachdem publik wurde, dass sich die Daimler AG von ihrer ältesten noch existierenden Auslandsvertretung trennen will, ist der Verkauf der Mercedes-Benz Luxembourg S.A. am Donnerstag unter Dach und Fach gebracht worden. Käuferin ist die Merbag Europe S.A. in der Schweiz. Zu ihr gehört die Mercedes-Benz Automobil AG, der größte Mercedes-Benz-Händler im Land der Eidgenossen. Die Firmengruppe mit Hauptsitz in Schlieren zählt rund 1.500 Mitarbeiter an 33 Standorten in der Deutschschweiz, in der Romandie und im Tessin.

In einer Pressemitteilung erklärte die Mercedes-Benz Belgium Luxembourg NV, die Merbag sei ein „erfahrener und langfristig orientierter Partner [...], der zukünftig als unser Brand Ambassador die Marke Mercedes-Benz in Luxemburg vertreten wird“. Die Merbag zählt nach eigenen Angaben zu den drei größten Arbeitgebern der Schweizer Automobilbranche. Erst im April hatte sie die Mercedes-Benz Vertriebs- und Serviceaktivitäten in Mailand von der Daimler AG übernommen.

Angaben über den Kaufpreis und über die Zukunft der rund 600 Beschäftigten der Mercedes-Benz-Niederlassung im Großherzogtum machten die Beteiligten nicht. Die Niederlassung gehörte ab Juli 1997 zum Daimler-Konzern. Damals hatte der Autobauer 60 Prozent der Anteile der damaligen Meris & Cie übernommen. Der Name der Gesellschaft wurde in Mercedes-Benz Luxembourg S.A. geändert. In den folgenden Jahren stockte Daimler die Anteile weiter auf. Von Juli 2016 bis zum Verkauf heute waren die Stuttgarter hundertprozentiger Anteilseigner.

Konkrete Gründe für den Verkauf hatte der schwäbische Autobauer auf Anfrage von »kfz-betrieb« nicht genannt. Offiziell hieß es, man sei zum Ergebnis gekommen, dass ein unabhängiger Partner die Wünsche und Bedürfnisse der Luxemburger Kunden „noch besser“ erfüllen könne. Die Frage, warum die Daimler AG dies nicht selbst leisten könne, ließ der Konzern unbeantwortet. Heute lässt er wissen, dass sich für die Kunden der Mercedes-Benz Vertriebs- und Servicestätten in Luxemburg nichts ändern würde. Die bekannten lokalen Ansprechpartner stünden ihnen weiterhin „in gewohnter Qualität“ zur Verfügung.

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