Seat Deutschland: Stabile Aussichten

Autor / Redakteur: Joachim von Maltzan / Joachim von Maltzan

Seat-Deutschland-Chef Rolf Dielenschneider will das Gebrauchtwagen- und das Großabnehmergeschäft professionalisieren.

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Redaktion: Das Thema GVO bewegt die Händler. Planen Sie in diesem Zusammenhang Änderungen in Ihrem Händlernetz?

Rolf Dielenschneider: Zu allererst lassen Sie mich betonen, dass wir keine Änderungen bezüglich Struktur und Verträge vorhaben. Die Seat-Handelsorganisation war in den letzten Jahren sehr stabil und das wollen wir beibehalten. Wir haben aktuell 311 Vertrags- und Servicepartner und reine 338 Service-Partner. Rund 100 Open Points möchten wir in den nächsten Jahren allerdings noch besetzen.

Sie haben in diesem Jahr per Ende Mai mit 19.840 Neuzulassungen einen Marktananteil von 1,7 Prozent erreicht. Was planen Sie für das Gesamtjahr?

Wir gehen für dieses Jahr von einem Gesamtmarkt von 2,85 Millionen Fahrzeugen aus. Derzeit sind wir mit einem Marktanteil von 1,7 Prozent auf Zielfahrt und hoffen natürlich, diesen halten zu können.

Wie sieht die Ertragslage Ihrer Händler derzeit aus?

Die Rendite der Seat-Händler liegt immer über dem Durchschnitt der Branche bei weit über 2,5 Prozent.

Worauf führen Sie die überdurchschnittliche Ertragslage zurück?

Bereits 2008 haben wir angefangen, unser Bonussystem zu optimieren und im letzten Jahr haben wir es grundlegend überarbeitet. Wir haben den Bonus ganz einfach planungssicher für unsere Handelsorganisation gemacht. das heißt bereits zum Zeitpunkt des Verkaufs ist der Brutto-Ertrag klar. Die Auszahlung nehmen wir 1,5 Wochen nach der Auslieferungs-Meldung vor und die Jahresendabrechnung entfällt, Rückzahlungen oder Rückvergütungen gibt es nicht mehr. Einer der drei Bonusarten ist der Qualitätsbonus: er wird ebenfalls direkt mit der Auslieferungs-Meldung ausgezahlt, obwohl die Leistung noch nicht erbracht wurde. Das ist unser Vertrauensvorschuß an unsere Händler.

Sie wollten das Gebrauchtwagengeschäft weiter aktivieren. Wo stehen Sie damit derzeit?

Eines unserer großen Projekte heißt Seat Selektion – unser Gebrauchtwagenkonzept. Momentan konnten wir bereits schon 62 Händler für dieses Projekt gewinnen. Bis zum Ende des Jahres werden es wohl rund 120 Partner sein. Der wesentliche Kern dieses Programms ist die betriebswirtschaftliche Beratung der Händler zum Beispiel über Standzeiten oder die Aufbereitung der Fahrzeuge und die Schulung der Händler in Sachen Gebrauchtwagen. Außerdem gehört ein separater Gebrauchtwagenplatz dazu. Das Ziel heißt: Auch im Gebrauchtwagengeschäft Geld zu verdienen.

Welche Themen stehen zudem bei Ihnen an?

Wir werden unser Großabnehmer-Geschäft weiter ausbauen. 44 Händler haben wir bisher bereits als Flaggstation für die Großabnehmer ausgebildet und zudem intern 20 Mitarbeiter für die Akquise im Flottengeschäft eingestellt.

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