Seat-Händlerbeirat: Konstruktive Zusammenarbeit mit Seat Deutschland

Autor / Redakteur: Klaus Opitz / Joachim von Maltzan

Als „Trittbrettfahrer“ könne Seat von der Wirtschaftskrise profitieren, meint der Geschäftsführer von Seat Deutschland, Rolf Dielenschneider.

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Der VW-Konzern rechnet für 2010 mit einem deutlichen Rückgang der Pkw-Neuzulassungen im deutschen Markt. Ganz anders die Konzerntochter Seat Deutschland: Sie strebt als Jahresziel die gleiche Größenordnung (39.000) an, die ursprünglich für das Jahr 2009 vorgesehen war. Geschäftsführer Rolf Dielenschneider begründete dies auf der Mitgliederversammlung des Seat-Händlerbeirats am 7. Oktober in Düsseldorf u. a. mit der Modellpalette, die in die aktuelle Situation passe. Seat könne „als Trittbrettfahrer“ von der Wirtschaftskrise profitieren, da Privatkunden wie Unternehmen aufgrund des Sparzwangs vermutlich vermehrt auf preisgünstige Modelle umsteigen würden.

Bei den rund 100 anwesenden Händlern und Servicepartnern stieß dieses Jahresziel nicht auf Widerspruch. Beiratsvorsitzender Jürgen van Kolck betonte allerdings unter Hinweis auf die Abwrackprämie: „Wer in diesem Jahr nichts verdient und seine Lagerbestände nicht abgebaut hat, der wird 2010 große Schwierigkeiten haben.“

Über 80 Prozent der Seat-Händler und -Servicepartner gehören dem Beirat an. Zur Versammlung waren auch die noch außenstehenden Partner eingeladen worden, „damit sie unsere Arbeit kennenlernen können“, erklärte Jürgen van Kolck. Die Berichte der Arbeitskreise zeigten, dass die in den Verhandlungen mit dem Importeur erzielten Einsparungen für die einzelnen Seat-Betriebe den geringen Mitgliedsbeitrag für den Beirat bei Weitem übertreffen. So erfolgt die Prämierung bei Aktionen nunmehr bei Auftragseingang statt wie bisher nach der Fahrzeugzulassung.

Erfolg auch ohne Tageszulassungen

Die Ersatzteilvergütung bei Gewährleistungs-/Garantiearbeiten wurde vom Einkaufspreis plus 10 Prozent auf Einkaufspreis plus 20 Prozent angehoben. Frank Hoppe vom AK Kundendienst: „Wir haben den Eindruck, dass wir bei den Mitarbeitern von Seat Deutschland auf mehr Verständnis für die Probleme der Händler und Servicepartner gestoßen sind.“

Beiratssprecher Martin Braunheim berichtete aus dem AK Finanzen. Erreicht wurden zum Teil günstigere Zinssätze bei der Händlerfinanzierung durch die Seat-Bank. Bei der Bonitätseinstufung der Betriebe und der Transparenz bei abgelehnten Anträgen bestehe aus Sicht des Beirats Verbesserungsbedarf.

Auch im IT-Bereich gab es nach Auffassung des AK EDV Fortschritte. Zwar gebe es noch zahlreiche Kritikpunkte, aber die Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung des Importeurs sei generell gut, meinte Heiner Müller.

Diese durchweg positiven Äußerungen über die Kooperation mit der Zentrale in Mörfelden erfolgten übrigens am Vormittag, als die Geschäftsführung von Seat Deutschland noch nicht anwesend war.

Dank der mit Unterstützung der DAT neu gestalteten Homepage des Beirats sollen die Mitglieder künftig noch besser und insbesondere schneller über die Arbeit des Beirats und aktuellen Entwicklungen informiert werden.

Die Steigerung des Neuwagenabsatzes um fast 50 Prozent im bisherigen Jahresverlauf, die in großem Maße auf die Abwrackprämie zurückzuführen sei, gelang ohne den Einsatz von Tageszulassungen. Das unterstrich Seat-Deutschland-Geschäftsführer Rolf Dielenschneider. Auch die Direktverkäufe seien stark zurückgeführt worden.

Kritik an der VW-Bank

Dielenschneider zeigte sich offen für Kritik aus den Händlerreihen. Die entsprechenden Ansprechpartner in der Zentrale würden bei konkreten Beschwerden und Problemen gern helfen. Ihm selbst mache die Arbeit bei Seat weiter Spaß. Darum habe er seinen Vertrag gerade um zwei Jahre verlängert.

Rainer Bank und Gabor Polonyi von der VW-Bank erläuterten ausführlich die Geschäftspolitik und die Hintergründe der aktuellen Konditionen, mit denen die Seat-Partner bei der Finanzierung unterstützt werden. Auch hier gab es verständlicherweise kritische Nachfragen, da Liquidität und Finanzierung momentan eine erhebliche Bedeutung haben.

Van Kolck und die Vorsitzenden der Arbeitskreise waren zufrieden mit dem Verhältnis zum Importeur. Die insgesamt gute Grundstimmung auf der Versammlung wurde auch nicht getrübt durch kritische Fragen und Anmerkungen, die die Teilnehmer gegenüber Beiratsvorstand und Importeur und VW-Bank vortrugen. Zukunftsangst wegen des vorhergesagten Einbruchs der Neuzulassungen am deutschen Markt war jedenfalls nicht zu spüren.

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