50 Jahre BMW 6er Sechs-Appeal

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

Es waren designtechnisch große Fußstapfen, in die die 6er-Reihe trat. Doch sie füllte diese perfekt aus. Mit 13 Jahren Produktionszeit blieb das Coupé so lange in Produktion wie bis dato kein anderes Modell der Münchner.

Vor 50 Jahren erschiend die 6er-Reihe von BMW. Mit ihren 13 Jahren Bauzeit ist sie die bislang erfolgreichste der Münchner Marke. (Bild:  BMW AG)
Vor 50 Jahren erschiend die 6er-Reihe von BMW. Mit ihren 13 Jahren Bauzeit ist sie die bislang erfolgreichste der Münchner Marke.
(Bild: BMW AG)

Unter Automobilisten, auch unter solchen ohne echte BMW-Affinität, zählt der E9 zu den schönsten Großserienmodellen der damaligen Zeit. Von 1968 bis 1975 im Lohnauftrag bei Karmann im Werk Rheine gebaut, war der als 2.5CS, 2800CS, 3.0CS, 3.0CSi und 3.0CSL vermarktetet Wagen als Nachfolger des ab 1965 gebaute Coupé 2000C/CA/CS der „Neuen Klasse“ gerade auch abseits öffentlicher Straßen ein großer Erfolg für die Bayern und festigte, zusammen mit dem 02, der Ruf der Marke als Produzent sportlicher und im Rennsport überaus erfolgreicher Fahrzeuge. Diesem eingeschlagenen Weg folgte im Prinzip auch der Nachfolge des E9, die 6er-Reihe. Auch sie war als Rennwagen überaus erfolgreich. Das Serienmodell ging stärker in Richtung Komfort und „großes Reise-Coupé“.

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Technisch basierte der 6er auf 5erReihe (E12) und orientierte sich stilistisch an luxuriösen Oberklasse-Coupés der 60er-Jahre. Die Karosserien wurden zunächst bei bereits auch die des Vorgängerns, bei Karmann gebaut. Ab August 1977 wurden dort aufgrund schwankender Qualität nur noch die Rohkarossen gefertigt und im BMW-Werk Dingolfing endmontiert. Die Baureihe umfasste fünf Motorisierungen sowie ein spezielles US-Modell. Es kamen durchweg Sechszylinder-Reihenmotoren (M30/M88) mit einer Leistung zwischen 184 und 286 PS zum Einbau. Insgesamt produzierte BMW 86.219 Fahrzeuge. Alpina, Hartge und Schnitzer Motorsport fertigte veredelte bzw. getunte Modelle, unter anderem das Alpina B7 Turbo Coupé mit einer Leistung bis zu 243 kW (330 PS).

Kreation der „Haifischnase“

Der 628CSi zählt zu den erfolgreichsten Modellvarianten der Baureihe. Ab 1979 sorgte der 2,8-Liter-Einspritzmotor für eine moderne Weiterentwicklung und ersetzte das Vorgängermodell mit Vergasertechnik. Bis 1987 war der 628CSi in Produktion und überzeugte durch die gelungene Verbindung von Eleganz, Sportlichkeit und hohem Komfort . Der M635CSi, ab 1984 mit 286 PS starkem M1-Motor und einer Spitzengeschwindigkeit von über 250 km/h, galt seinerzeit als schnellster Viersitzer der Welt. Bis 1989 wurden 5.655 Exemplare produziert, was das rare M-Modell heute zu einer begehrenswerten Stück Kulturgut auf vier Rädern.

Chefdesigner Paul Bracq kreierte ein zeitloses, dynamisches Design. Besonders markant: die spitz zulaufende „Haifischnase“, das markante Seitenprofil und großzügige Fensterflächen. Die seitlichen waren jedoch kleiner geworden, bedingt durch die neu hinzugekommene B-Säule, die mit schwarzem Kunststoff verkleidet wurde, um sie optisch zurücktreten zu lassen und somit den Eindruck einer wie beim Vorgänger seitlich durchgehenden Fensterfläche herzustellen. Im Innenraum folgte der E24 dem im Sommer 1972 im E12 eingeführten Designelement des fahrerbezogenen Cockpits, das die erste 3er-Reihe (E21) im August 1975 weiter verfeinerte.

Museum zeigt Sonderausstellung

Ab Modelljahr 1982 erhielt der 6er die Bodengruppe der neuen 5er-Reihe (E28) samt neu abgestimmtem Fahrwerk. Einen direkten Nachfolger des von 1976 bis 1989 gebauten 6er präsentierte BMW zunächst nicht. Der ab 1989 gebaute 8er war ein gutes Stück größer und teurer. Erst 2003 erschien mit dem E63 eine neue Generation des 6er auf den Markt. Auch im Rennsport machte sich der 6er einen Namen. 1983 brachte BMW den 635CSi als seriennahen Gruppe‑A‑Tourenwagen an den Start und gewann damit 1984 und 1986 die Tourenwagen‑Europameisterschaft sowie 1984 die Deutsche Produktionswagen‑Meisterschaft .

Das BMW-Museum lässt 50 Jahr 6er-Historie anhand ausgewählter Exponate Revue passieren.Dabei steht nicht nur die filmische Präsenz des Modells im Fokus, sondern auch seine kulturelle Bedeutung. Aus der BMW Art Car Collection, die seit letztem Jahr mit der BMW Art Car World Tour ihr 50-jähriges Bestehen feiert, werden in der Art Car Galerie des BMW Museum im Wechsel zwei 635CSi präsentiert: 1982 gestaltete der österreichische Künstler Ernst Fuchs das fünfte BMW-Art-Car der Sammlung, bei dem es sich um das erste BMW Art Car auf Basis eines Serienfahrzeugs handelt . Sein Art Car namens „Feuerfuchs auf Hasenjagd“ ist eine Hommage an Mythologie, Geschwindigkeit und spirituelle Symbolik. Mit dem 633CSi zeigt das BMW-Museum im Baureihenturm ein ebenso zentrales Modell der Baureihe. Zeitgleich mit dem 630CS vorgestellt, war der 633CSi zunächst mit der damals hochmodernen Bosch L-Jetronic-Einspritzung ausgestattet. Im September 1979 erhielt das Modell die digitale Motor- Elektronik (DME ), was sowohl den Schadstoffausstoß als auch den Verbrauch nochmals reduzierte, die Motorleistung allerdings von 200 PS auf 197 PS senkte.

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