Service Award 2013: Family- statt Show-Business

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Die klevere Waschmittel-Idee

Damit bei Weitem nicht genug: Selbst alte Servicehüte wissen die Nordlichter gekonnt zu verbessern – zu ihrem und zum Vorteil ihrer Kunden. Einen kostenlosen Werkstattersatzwagen bieten etliche Betriebe. Einen solchen bei jeder Reparatur oder Wartung ohne Wenn und Aber kaum einer – Schlingmann tut es. Oder die Lichttestwochen stehen aktuell wieder vor der Tür. Die nutzt die Truppe aus Waren bereits seit Längerem als willkommenen Anlass, die Serviceauslastung in der Zwölf-Mann-Werkstatt hochzuhalten, indem sie die „simple“ Lichtkontrolle um eine kostenlose Fahrzeugkontrolle ergänzt.

Richtig clever war eine Aktion im letzten Jahr: Autofahrer, deren Fahrzeug beide Checks bestanden hatte, erhielten einen Gutschein für eine Gratispackung Spee-Waschpulver im XL-Format on top, einzulösen bei einem von drei lokalen Edeka-Märkten. Schnäppchenjäger wie Deutsche nun mal sind, rannten sie dem Opel-Autohaus die Bude ein. Das Ergebnis der Aktion: Werkstatt und Servicekasse platzten im Oktober aus allen Nähten.

Auch die Edeka-Märkte profitierten von einem Plus an Umsätzen. Dass sich die Idee so richtig gewaschen hatte, zeigte sich wenige Wochen später ein weiteres Mal: „Durch die Aktion haben wir mit Edeka einen weiteren Kunden hinzugewonnen und prompt zwei neue Lieferwagen verkauft“, freut sich Senior Schlingmann sichtlich über den Mitnahmeeffekt des gelungenen Servicekonzepts.

Gelebtes Wir-Gefühl

Dass die Autofamilie ohne ihre „anderen“ Mitglieder, sprich ihre Mitarbeiter, nichts wäre, ist dem Vater-Sohn-Duo bewusst. Etliche Schlingmänner haben bereits ihr 20-, 25- oder sogar 30-jähriges Betriebsjubiläum gefeiert. Wie so eine Familienbande entsteht? Indem man seinen Mitarbeitern mit mehr als dem täglichen „Guten Morgen“ begegnet. Zum Beispiel, indem man einen autohauseigenen Sportverein gründet, hier den LBV Müritz. Der heißt selbstverständlich auch Kunden willkommen.

Oder man ruft eine eigene Autohausband ins Leben. Daraus entsteht dann ein jährlicher regionaler Band-Contest. So lernt nicht nur die Geschäftsführung, sondern das gesamte Autohauspersonal die Kunden besser kennen. Gleiches gilt für einen jährlich stattfindenden Wettlauf und ein Fußballturnier. Wenn das nicht zusammenschweißt!?

Auch in einem weiteren, für einen Handwerksbetrieb heute immer wichtigeren Bereich verknüpft das Vater-Sohn-Gespann unternehmerischen und gesellschaftlichen Auftrag auf perfekte Weise: bei der Ausbildung. Dass die Schlingmänner dabei eine Leuchtturmfunktion einnehmen, attestierten ihnen sogar schon höchste Kreise: Die Bundesagentur für Arbeit ehrte vor zwei Jahren Theodor Schlingmann für sein Engagement in der Nachwuchsförderung. „Diese ist für mich eine gesellschaftliche Verpflichtung“, erklärt der Senior und verweist auf die „Ahnengalerie“ im Ausstellungsraum. Auch Kooperationen mit Schulen – aus einem Gymnasium kommen junge Leute einmal in der Woche zur Projektarbeit am „lebenden Objekt“ in das Warener Autohaus – zeigen, dass man es in Sachen Servicenachwuchs verdammt ernst meint. Respekt, ihr Schlingmänner, weiter so!

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