Service Award 2013: Ist es knifflig, geh zu Socke

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Aber was nützt die beste Werkstattausrüstung, wenn die -auslastung nicht stimmt? Um dieses Gebiet kümmert sich der Inhaber mit besonderem Ideenreichtum. Die eigene Waschanlage ist beispielsweise ein vortrefflicher Kundenbagger. Jeden Donnerstag ist Waschaktionstag – dann gibt es für 6,50 Euro nicht nur ein sauberes Auto, sondern auch eine Tasse Kaffee im Autohaus.

Gute Ideen für die Werkstattauslastung

Um Transporter effizient reparieren zu können, hat Hans-Uwe Socke einen Werkstattanbau samt Grube erstellt. Für das Gebrauchtwagengeschäft hat er seine eigene Marke kreiert – „Gebrauchte günstig kaufen“ – und bietet Wartungs- und Reparatur­arbeiten für alle Fabrikate an. „Wir betreuen alle Gebrauchtwagenkäufer telefonisch nach und versuchen, sie an unseren Betrieb zu binden“, erklärt der Unternehmer.

Im Rahmen einer Mailingaktion hat der Betrieb seinen Kunden ein hauseigenes Formular für einen Unfallschadensbericht und einen Scheibenaufkleber mit den Notfall-Kontaktdaten des Autohauses geschickt. Mit einem eigenen, nach VW/Audi-Vorgaben ausgerüsteten Servicemobil kann Socke nun rund um die Uhr Pannenhilfe leisten.

Für die Besitzer älterer Fahrzeuge bietet die Werkstatt eine günstigere Teilelinie an. Die Kundenfahrzeuge sind in Altersklassen eingeteilt, nach denen sich die Stundenverrechnungssätze richten: Neuwagen in Klasse 1 (bis zwei Jahre), danach kommen die Klassen 2 bis 5 (jeweils zwei Jahre). Mit jeder Klasse wird die Werkstattarbeit für den Kunden um fünf Prozent billiger. Auszubildende, Schüler und Studenten erhalten generell zehn Prozent Nachlass auf Material und Lohnkosten.

In Sachen Räderwechsel und -einlagerung hat der Betrieb drei Leistungspakete entwickelt: Basis, Standard und Premium. Die Basis zu 19,90 Euro enthält den Räderwechsel am Fahrzeug sowie das Entrosten und Versiegeln der Anlageflächen. Im Premiumpaket ist zusätzlich dazu das Waschen, Wuchten und Einlagern der Räder inkludiert.

Servicepotenziale werden erfasst und nachverfolgt

Um keinen Auftrag zu verpassen, notieren die Sericeberater bei jeder Direktannahme zukünftige Servicearbeiten unter der Rubrik „Potenziale“. So können die Fahrzeugbesitzer rechtzeitig angeschrieben werden, wenn sich beispielsweise das Reifenprofil auf die Nutzungsgrenze zubewegt. „Wir wollen auch die unausgesprochenen Wünsche des Kunden erfüllen“, meint Hans-Uwe Socke mit einem Augenzwinkern.

Sehr großen Wert legt der Chef auf die Rechnungsvorbereitung. Jeder Service- und Teiledienstmitarbeiter bereitet schon tagsüber die Rechnungen so weit vor, dass bei Fahrzeugfertigstellung nur noch der Mechaniker zugeordnet werden muss. Kommt der Kunde zur Abholung, sind noch die Kilometerleistung des Ersatzwagens zu ergänzen und eventuell mitgebrachte Wertmarken gegenzurechnen. In 95 Prozent aller Fälle ist die Rechnung fertig zum Ausdrucken, bevor der Autobesitzer seinen Schlüssel von der Theke aufgehoben hat. „Jeder Mitarbeiter muss sich an den vordefinierten Ablauf halten“, betont Hans-Uwe Socke.

Service Award 2013
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Fazit: Mit seinem Unternehmensclaim „Qualität aus Tradition“ spielt Hans-Uwe Socke auf die lange Geschichte seines Autohauses an. Und in der Tat spielen die klassischen Werte eines echten Handwerksbetriebs – hohe Arbeitsqualität, Verlässlichkeit und enge Kundenbindung – in Kertzsch eine wichtige Rolle. Doch mit seinen zahlreichen Ideen zum Servicemarketing und der hochmodernen EDV-Landschaft samt App ist der Betrieb gleichzeitig zukunftsfähig aufgestellt.

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