Service Award 2013: Ist es knifflig, geh zu Socke

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

8. Platz Kategorie Pkw: VW-Händler Hans-Uwe Socke überzeugt mit Servicemarketing und moderner Kommunikation.

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Eine eigene App hat nicht jedes Autohaus zu bieten.
Eine eigene App hat nicht jedes Autohaus zu bieten.
(Foto: Mauritz)

Das VW-Autohaus Socke im sächsischen Kertzsch nahe Glauchau ist seit 1924 im Dienst am Kunden. Der Großvater des heutigen Inhabers hatte es als Fahrradhandel und -reparaturwerkstatt gegründet; der Vater gestaltete es zur Kfz-Werkstatt um und kümmerte sich zu DDR-Zeiten um die Fahrzeuge der russischen Marke Moskwitsch. Am Tag der Währungsunion, dem 1. Juli 1990, übernahm schließlich Hans-Uwe Socke das Unternehmen und startete mit einem neu erworbenen VW-Händlervertrag durch.

Trotz seiner langen Geschichte ist der Familienbetrieb immer up to date geblieben. Das Motto von Hans-Uwe Socke lautet: „Jedes Jahr etwas Neues.“ Dabei verlässt er sich nicht nur auf die Initiative seines Herstellers, sondern entwickelt eigene Ideen zur Kundenbindung und zum Serviceverkauf. Derzeit führt der Betrieb gerade ein neues Kundenbindungsinstrument ein: das Servicedepot.

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Die Idee dahinter ist, dass die Kunden bei jedem Werkstattbesuch und Teilekauf Punkte bekommen, die sie beim nächsten Werkstattaufenthalt zu 25 Prozent oder beim Fahrzeugkauf zu 100 Prozent einlösen können. Das System ersetzt die bislang ausgegebenen Wertmarken. Den Überblick über den Stand seines Servicedepots behält der Kunde über das Internet – oder, ganz modern, über eine App für Smartphones oder Tabletcomputer.

Kontakt zum Kunden läuft über die App

Die Service-App beinhaltet aber noch viel mehr Funktionen: Über sie läuft der Kontakt zum Autohaus, die Terminvereinbarung, Benachrichtigungen über die fällige Hauptuntersuchung, den Räderwechseltermin und vieles mehr. Die Kunden können damit auch selbst Nachrichten an das Autohaus schicken oder um Rückruf bitten.

Um dieses Projekt EDV-seitig umsetzen zu können, hat sich Hans-Uwe Socke gezielt gegen das System seines Herstellers und für das Produkt eines freien Anbieters entschieden. Für ein Autohaus dieser Größe ist das schon ungewöhnlich. „Man muss den Mut haben, auch einmal ‚Nein‘ zu VW zu sagen“, betont der Unternehmer.

Zwar ist die EDV ein Steckenpferd von Hans-Uwe Socke – doch die Werkstattqualität spielt in dem Betrieb trotzdem die Hauptrolle. „In unserer Gegend heißt es: Ist irgendeine Reparatur besonders knifflig, gehen wir lieber zu Socke“, verrät der Chef. Er setzt nicht nur auf topmoderne Werkstattausrüstung – beispielsweise eine nagelneue, vollautomatische Reifenmontiermaschine von Haweka oder einen Achsmesscomputer –, sondern investiert auch stetig in die Substanz seines Betriebs. So betreibt er seit Kurzem ein eigenes Blockheizkraftwerk und hat den Sanitärtrakt für die Mit­arbeiter komplett neu gestaltet. Eine Unternehmenstradition seit 1924 verpflichtet eben!

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