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Offenes Angebot
Mit diesem Angebot geht das Autohaus Jürgens ganz offen um, das heißt, das Angebot
hängt in der normalen Mercedes-Benz-Werkstatt aus. Der Kunde kann wählen, ob ihm die sonst üblichen Serviceannehmlichkeiten knapp 60 Euro pro Arbeitsstunde wert sind. Allerdings ist er in seiner Wahl nicht komplett frei. Zum einen darf er den JES-Service ohnehin erst nutzen, wenn sein Fahrzeug älter als fünf Jahre ist. Zum anderen gilt das preiswerte Angebot auch nur für Fahrzeuge, die in der vom Autohaus Jürgens entwickelten sogenannten Preismatrix aufgeführt sind. Das heißt, JES gilt nur für bestimmte Fahrzeuge und für bestimmte Arbeiten. Und dafür gibt es dann einen Festpreis, zu dem der Kunde die Leistung einkauft. „Das hat den weiteren Vorteil, dass der Kunde im Prinzip schon morgens, wenn er sein Auto bringt, die Rechnung bezahlen kann – er weiß ganz genau, was es kosten wird“, beschreibt Barletta.
Der Geschäftsführer will sein Konzept in keinem Fall aufweichen, indem er beginnt, in seiner quasi freien Werkstatt Fahrzeuge anderer Marken zu reparieren. Ihm ist auch bewusst, dass es ihm nicht gelingen wird, sämtliche Kunden mit älteren Fahrzeugen auf einen Schlag zurückzugewinnen; aber „wenn wir heute nicht anfangen, gegen die Abwanderung in den freien Markt anzukämpfen, haben wir keine Zukunft. Wir dürfen uns nicht darauf beschränken, die Garantiearbeiten bei jungen Autos durchzuführen – das ist ein Sterben auf Raten“, führt Barletta aus.
Das Autohaus Jürgens hat im Mai 2012 „JES“ gesagt zum Economy-Service. Und das hat sich gelohnt: Nach einem Jahr hatte Jürgens mit dem Economy-Konzept 680 Kunden bedient. Darunter waren 253 Neukunden und 232 Kunden, deren Fahrzeuge älter als fünf Jahre geworden sind. Die restlichen Kunden konnte das Unternehmen zurückerobern. Derzeit hat JES einen Vorlauf von etwa einer Woche. „Wir müssen bald im Zweischichtbetrieb arbeiten und einen zusätzlichen Monteur für JES einsetzen“, freut sich Kfz-Meister Schiwek über die gute Entwicklung. Insgesamt setzte das Unternehmen mit JES 211.000 Euro um und erwirtschaftete einen Deckungsbeitrag 1 von 11.000 Euro. „Das ist natürlich kein Ergebnis, das den Unternehmer in Begeisterung versetzt. Aber wir haben im ersten Jahr auch rund 43.000 Euro Anschubwerbung für JES ausgegeben“, resümiert Barletta.
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